Als erstes im Bankgeschäft lernt man den Respekt vor der Null. Carl Fürstenberg, 1850-1933, deutscher Bankier

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5 vor 10: Wachstum, Grundrente, Wohlstand, Indien, BIP

Heute in den Linktipps: Wirtschaftliche Probleme in Deutschland, die Debatte über die Grundrente und die Frage, was Wohlstand in Zeiten des Überflusses bedeutet. Außerdem geht es um Indiens schwache Konjunktur und Deutschlands Vorbeischrammen an einer Rezession.
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1. Deutschland droht Rückfall zum „kranken Mann Europas“
(businessinsider.de, Christoph Damm)
Deutschland ist nicht mehr Europas Wachstumsmotor. Mehrere EU-Staaten können sich inzwischen über höhere Wachstumsraten freuen. „In Zukunftsbranchen wie der Informations- oder Kommunikationstechnologie spielt das Land nur eine vergleichsweise kleine Rolle“, schreibt Christoph Damm in einer Analyse der deutschen Wirtschaft. „Das Rennen um den Wohlstand in den nächsten Jahrzehnten ist längst im Gange und die Bundesrepublik hinkt – noch – hinterher.“

2. Grundrentner kaufen keinen Kaviar
(wiwo.de, Beat Balzli)
Politökonomen analysieren die Anreizsysteme, nach denen Politiker ihre Entscheidungen treffen. Vergünstigungen für Rentner sind aus ihrer Perspektive logisch: Sie sind schließlich besonders gut geeignet, um Popularitätspunkte für eine Wiederwahl zu sammeln. Beat Balzli hält den Fokus auf Themen wie die Grundrente jedoch für falsch: „Ein Impuls für die nächste Konjunkturparty ist nicht in Sicht“, schreibt er. „Grundrentner kaufen weder Champagner noch Kaviar.“

3. Mehr weniger für alle
(welt.de, Frank Dievernich)
Die Linke plakatierte im vergangenen Jahr den Wahlwerbespruch „Mehr für die Mehrheit“. Frank Dievernich, Präsident der Frankfurt University of Applied Sciences, hält die dahinter stehende Einstellung in Zeiten einer Überflussgesellschaft für kontraproduktiv. In der Wohlstandsdebatte rät er zu einem entgegengesetzten Kurs. „Die Rolle moderner Politik kann nur darin liegen, endlich eine gesteuerte Diskussion über das Weniger zu führen – und wie dies für alle sozial gerecht auch umgesetzt werden kann.“

4. Indien braucht den großen Knall
(bloomberg.com, Dhiraj Nayyar, englisch)
Indiens Premierminister Narendra Modi will sein Land bis 2024 zu einer Fünf-Billionen-Dollar-Volkswirtschaft umbauen. Dafür müsste sich die Wirtschaftsleistung beinahe verdoppeln. Momentan ist von einem so starken Wachstum aber keine Rede. Stattdessen bewegen sich viele Indikatoren in den negativen Bereich. Die Industrieproduktion fiel zuletzt auf ein Acht-Jahres-Tief. Dhiraj Nayyar glaubt, dass Modi nun zwingend Bereitschaft zu großen Reformen zeigen muss.

5. Deutschland sollte sich über das wachsende BIP freuen – aber nicht nur
(handelsblatt.com, Donata Riedel)
Deutschland ist knapp an einer technischen Rezession vorbeigeschrammt. Im vergangenen Quartal wuchs die Wirtschaft um 0,1 Prozent. Dass es allen Handelskonflikten zum Trotz nicht zu einem Schrumpfen des Bruttoinlandsprodukts gekommen ist, sollte erst einmal Anlass zur Freude sein, schreibt Donata Riedel. „Was aber überfällig bleibt, ist ein großes Investitionsprogramm für alle Infrastrukturen.“

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  • Autor

    INSM Redaktion

    Hier schreibt die Redaktion der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

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