Politiker sparen, indem sie den Gürtel der Bürger enger schnallen. Lothar Schmidt, *1922, dt. Jurist, Politologe

- Linktipps

5 vor 10: Konjunktur, Draghi, Populismus, Handel, Brexit

Heute in den Linktipps: Ein Vergleich zwischen der wirtschaftlichen Situation in Deutschland im Jahr 2006 und heute, das schwere Erbe der neuen EZB-Präsidentin, der Einfluss der Wirtschaft auf den wachsenden Populismus, die Gefahren des Handelskonflikts zwischen Japan und Südkorea und die Ziele der EU nach dem Austritt Großbritanniens.

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1. Deutschland, ein Wirtschaftsmärchen
(spiegel.de, Henrik Müller)
Die Wirtschaftsflaute weckt Erinnerungen an die letzte deutsche Dauerkrise. Mitte der Nullerjahre schien der Abstieg unausweichlich. Deutschland war der berühmte „kranke Mann Europas“, am Ende einer langen Strukturkrise lag das deutsche Selbstbewusstsein am Boden – bis die Fußball-WM 2006 einen langen Aufschwung ankündigte, der nun zu Ende geht. Ist es denkbar, dass uns ein ähnlicher Stimmungseinbruch bevorsteht wie damals? Und was kann uns diesmal rausreißen?

2. Mario Draghis Bilanz
(wirtschaftlichefreiheit.de, Otmar Issing)
Im Oktober wurde Mario Draghi nach acht Jahren Amtszeit verabschiedet. Viele Politiker waren nach Frankfurt geeilt, um dem scheidenden EZB-Präsidenten zu danken. Dazu hatten sie auch allen Grund, schließlich hat die EZB unter seiner Führung zahlreiche Fehler der Politik ausgebügelt. Dabei hat Draghi auch Grenzüberschreitungen in Kauf genommen, die die Unabhängigkeit der EZB infrage stellten. Nach Jahren der offensiven Geldpolitik überlässt er seiner Nachfolgerin ein schweres Erbe.

3. Die wirtschaftlichen Auslöser von Populismus
(voxeu.org, Yotam Margalit, englisch)
Eine beliebte These ist, dass Populismus durch wirtschaftliche Unsicherheit in einem Land gefördert wird: Fürchten Menschen um ihren Wohlstand, neigen sie eher dazu, Flügelparteien zu wählen, die den Status Quo auflösen wollen. Doch diese These treffe nicht wirklich zu, schreibt Yotam Margalit. Tatsächlich spiele die Wirtschaft beim Aufstieg des Populismus in den vergangenen Jahren eher eine untergeordnete Rolle.

4. Der andere Handelskonflikt
(nzz.ch, Martin Kölling)
Neben den USA und China steigern sich seit 2018 auch Japan und Südkorea in einen Handelsstreit hinein. Der Konflikt zwischen den beiden Ländern zeigt, wie sehr Geschichte, Politik und Wirtschaft miteinander vermischt werden – zum Schaden der Unternehmen. Das Jahresende könnte eine Eskalation bringen.

5. Neujahrswünsche für Großbritannien und die EU
(project-syndicate.org, Michel Barnier, englisch)
Seit der Wahl in Großbritannien und dem Sieg der konservativen Partei von Boris Johnson ist nun klar: Ende Januar wird das Land die EU verlassen. Im Anschluss steht beiden Seiten eine Menge Arbeit am Verhandlungstisch bevor, wie EU-Chefverhandler Michel Barnier weiß. Er schreibt, dass die EU dabei vor allem drei Ziele im Auge habe: eine weiterhin funktionierende Kooperation mit dem ausgetretenen Land, eine starke Sicherheitspartnerschaft und ein neues Wirtschaftsabkommen.

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  • Autor

    INSM Redaktion

    Hier schreibt die Redaktion der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

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