Ich habe hart für mein Geld gearbeitet, indem ich Sachen produziert habe, die die Leute brauchen. Ich glaube, dass der fähige Unternehmer, der Wohlstand und Arbeitsplätze schafft, mehr historische Bedeutung verdient als Politiker und Soldaten. John Paul Getty, 1892-1976, US-amerikanischer Industrieller

12 Soziales

Die Rente ist sicher

Dank Anpassung der Rentenformel und Anhebung des Rentenalters gilt heute: Die Rente ist sicher. Private, gesetzliche und betriebliche Vorsorge bilden ein stabiles Fundament. Einen Beitrittszwang für Selbständige hat mehr Risiken als Chancen.

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„Die Rente ist sicher“, so ließ es der damalig Bundesarbeits- und –sozialminister  Norbert Blüm gleich mehrmals im April 1986 überall in Deutschland an die Straßen plakatieren. Damals war das eine äußerst optimistische wenn nicht sogar unrealistische Schlagzeile. Doch seitdem ist viel passiert: Die Rentenformel wurde demographiesicher gemacht und das Renteneintrittsalter wurde angehoben. Das blieb nicht wirkungslos: Mittlerweile stimmt sogar der Blüm‘sche Ausspruch.

Richtig ist: Die Reformen haben de facto zu einer Rentenkürzung geführt. Dennoch gilt: Die Rentner von heute sind die reichsten Rentner, die wir jemals hatten. Altersarmut ist anders als oft behauptet, nur der Ausnahmefall und nicht die Regel. Und wenn das Wirtschaftswachstum auch nur halb so viel hergibt wie in den vergangen Jahren, dann werden die Rentner 2030 noch reicher sein als die von heute. Die drei Säulen unseres Rentensystems, die gesetzliche Rente als Basisversorgung, die betriebliche Altersvorsorge obendrauf und dann noch die private Vorsorge bilden ein sicheres Fundament. Daran sollten wir nicht rütteln.

Wenn jetzt Blüms Nachfolgerin im Amt die Selbständigen in die gesetzliche Rentenversicherung holen will, muss sie eines bedenken: Je mehr Selbständige wir haben, umso höher das Wachstumspotential. Die Pflicht zur gesetzlichen Rente verursacht Kosten, die vor allem für kleine Unternehmen von Bedeutung sind und belasten. Außerdem sorgen die meisten Unternehmer sehr wohl vor – wenn auch nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung.  Die Gefahr, dass  jemand auf Kosten der Soldiargemeinschaft auf private Vorsorge verzichtet, kann man umgehen. Jeder muss vorsorgen, wie er das tut ist ihm selbst überlassen.

 

  • Autor

    Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen

    ist Direktor des Forschungszentrum Generationenverträge an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und Botschafter der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

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