Eine freiheitliche Wirtschaftsordnung kann auf die Dauer nur dann bestehen, wenn und solange auch im sozialen Leben der Nation ein Höchstmass an Freiheit an privater Initiative und Selbstvorsorge gewährleistet ist. Ludwig Erhard, 1897-1977, deutscher Wirtschaftsminister, Bundeskanzler

Author Archives: Dr. Jochen Pimpertz

Die Bertelsmann-Stiftung hat eine Studie vorgelegt, die auf steigende Armutsrisiken im Alter aufmerksam macht. Die Ergebnisse sind ernst zu nehmen, aber im Kern wenig überraschend. Mehr noch sind die politischen Ableitungen lesenswert, bestätigen sie doch jene Stimmen, die bereits seit Monaten gegen den medialen Alarmismus sprechen und für eine sachgerechte Diskussion werben.

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Auf Grund des demografischen Wandels geraten die Systeme der sozialen Sicherung zunehmend unter Druck. Besonders jüngere Versicherte werden die negativen Auswirkungen zu spüren bekommen und höhere Beiträge zahlen. Wie sich diese Effekte auf die Nettoeinkommen auswirken, hat das IW Köln errechnet (Download der gesamten Studie, Pressemitteilung zur Studie).

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Der Auftrag kommt eigentlich ganz unscheinbar daher: Rechnen Sie bitte aus, wie viel Geld Familie Mustermann im Jahr 2030 verliert, wenn sich jene Stimmen durchsetzen, die ein höheres oder zumindest gleich bleibendes Rentenniveau fordern. Zwar ist eine solche Berechnung nur auf der Grundlage von Annahmen möglich und sollte deshalb nicht als Prognose missverstanden werden – die Ergebnisse haben es gleichwohl in sich.

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SPD-Vize Thorsten Schäfer-Gümbel will Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen entlasten. Da eine niedrigere Einkommensteuerlast bei den Geringverdienern kaum greift, sollen Freibeträge bei den Sozialabgaben für eine Umverteilung von oben nach unten sorgen. Davon profitieren aber längst nicht alle Haushalte am unteren Ende der Verteilung, wohl aber mach einer, der gar keiner Entlastung bedarf.

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Der Vorschlag, mit einem höheren Rentenniveau Armutsrisiken vorbeugen zu können, führt in die Irre. Zum einen profitieren davon auch Ruheständler mit einer auskömmlichen Rente. Zum anderen werden die jüngeren Beitragszahler über Gebühr belastet. Steigt das Sicherungsniveau vor Steuern zum Beispiel auf 50 Prozent, müssen im Jahr 2029 zusätzliche Ausgaben in Höhe von 52 Milliarden Euro finanziert werden. Dann droht der Beitragssatz die 25-Prozent-Marke zu reißen.

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