Die soziale Marktwirtschaft funktioniert nur, wenn Eigentum geschützt und Verträge eingehalten werden. Otto Graf Lambsdorff, (1926 - 2009), deutscher Politiker, Bundesminister für Wirtschaft, Bundesvorsitzender der FDP

Archiv der Kategorie: "Buchkritik"

Schon heute gilt Europa für seine schärfsten Kritiker als der kranke Mann der Weltwirtschaft. Die Europäische Union zerfasere, China und die USA seien dem alten Kontinent längst enteilt, heißt es. Fest steht: Will Europa zukünftig mitspielen, sollte es die asiatischen Wachstumspläne nicht weiter ignorieren, sondern sie mitgestalten. weiterlesen

Die Wucht, mit der die Digitalisierung Wettbewerb, Geschäftsmodelle, Jobs und Ar-beitsmarkt verändert, ist heftig. Mittlerweile rüttelt sie auch an den Grundfesten unseres Sozial- und Wirtschaftssystems. Welche strukturellen Veränderungen wir brauchen, damit Freiheit und Wohlstand auch zukünftig gesichert bleiben, beschreiben die Autoren in ihrem „Update“ für die Soziale Marktwirtschaft.

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Wenn es um das Image der Ökonomen zurzeit nicht zum Besten bestellt ist, kann es durchaus auch daran liegen, dass sie sich nicht klar ausdrücken ⎼ und deswegen einfach nicht verstanden werden. Um dies zu ändern, hat Nils Hesse ein Handbuch des verständlichen Schreibens von Wirtschaftsthemen geschrieben. Es wurde auch höchste Zeit.

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Die Tendenz zur Singlegesellschaft und zum Individualismus, das klinisch reine Outsourcing von Altenfürsorge und Kinderbetreuung und das zunehmende Scheitern von Ehen und Partnerschaften – Wolfgang Picken sieht die moderne Gesellschaft in der Krise. Der Theologe will mehr Menschen wieder in tragfähige soziale Beziehungen einbinden. Er belässt es dabei nicht bei der Theorie. In Bonner Stadtteil Bad Godesberg füllt der Priester und promovierte Politikwissenschaftler seine Ideen mit Leben.

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Kommt der Brexit oder kommt er nicht? Möglicherweise ist das gar nicht mehr die entscheidende Frage. Denn eines ist klar: So wie die EU dringend Reformen benötigt, kommt Großbritannien um einen Struktur- und Identitätswandel zukünftig nicht herum. Jochen Buchsteiners Buch verbreitet Optimismus, dass dies allen gelingen könnte.

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Die soziale Gerechtigkeit ist das Schlagwort des Jahrzehnts. Dass die soziale Unzufriedenheit größer wird, obwohl es den Deutschen so gut geht wie nie, ist ein Phänomen. Irgendwas geht also schief im Staate. In Reichtum ohne Grenzen? Die Soziale Marktwirtschaft im 21. Jahrhundert suchen die Autoren Martin Pätzold und Volker Tolkmitt nach Erklärungen und besinnen sich auf die Werte und Ideen der Sozialen Marktwirtschaft. Ein gelungener Versuch.

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Der freie Handel hat es in Zeiten von TTIP-Protesten und Donald Trump schwer. Oder vielleicht auch gerade nicht. Schließlich eckt der Protektionismus mindestens bei all jenen an, die von ihm negativ betroffen sind. Vielleicht waren die Zeiten nie besser, Menschen von den Vorteilen barrierefreien grenzüberschreitenden Handels zu überzeugen wie heute. Da könnte das Buch „Freihandel für eine gerechte Welt. Mehr als TTIP, Fracking, und Chlorhühnchen – ein Plädoyer für eine gemeinsame Welt“ genau richtig kommen. weiterlesen

Von der Europäischen Union und Europa ist viel die Rede. Meistens aber nur vom Westen dieses Kontinents. Und meistens auch nur in Worthülsen. Navid Kermani hat auf seinen Reisen das östliche Europa inspiziert und ist auf eine traurige Vielfalt von Armut, Gewalt und Vernachlässigung gestoßen. Gerade im Osten wird deutlich, dass die Menschen – anders als die Westeuropäer – alle ihre Hoffnungen auf eins setzten: auf ein wirklich gemeinsames Europa.

Navid Kermani: Entlang den Gräben – eine Reise durch das östliche Europa bis nach Isfahan, Beck-Verlag, München 2018.

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Alle reden von Macht. Und von der Lust auf Macht. Den einen wird sie vorgeworfen, den anderen wird sie abgesprochen, und viele wollen am besten gar nicht über sie reden – und doch wollen alle sie haben. Rainer Hank analysiert in seinem unterhaltsamen Buch die verschiedenen Facetten der Macht und kommt zum moralisch überraschenden Urteil, dass Macht etwas Wunderbares ist.

Rainer Hank: Lob der Macht, Klett-Cotta, Stuttgart 2017

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In Zeiten, in denen es offensichtlich ist, wie sehr der Politik lebenskluge Persönlichkeiten fehlen, kommt eine Biografie über Ralf Dahrendorf gerade recht. Nicht, dass wir uns nach ihm sehnen würden. Nein. Aber das sehr gute Buch hilft, sich daran zu erinnern, welches Format an Leuten wir in der Politik schmerzlich vermissen.

Franziska Meifort: Ralf Dahrendorf – eine Biographie, C.H. Beck, München 2017

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Die universelle Krise und mit ihr das Gefühl, dass die Welt aus den Fugen geraten ist, reichen weiter als die Probleme der Finanzkrise, des Terrorismus oder Klimawandels. Die Ursprünge der politischen und gesellschaftlichen Unordnung führen den Autor und Soziologen Pankaj Mishra bis ins 18. Jahrhundert. Verstärkt werden die heutigen Krisen für ihn allerdings durch eine uralte menschliche Schwäche: unser „Ressentiment“ allem und jedem gegenüber.

Pankaj Mishra: Das Zeitalter des Zorns – eine Geschichte der Gegenwart, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2017

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