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5 vor 10: Eucken, Flüchtlinge, Prognosen, Mobiltelefonie, Freihandel

Heute in den Linktipps: Erinnerungen an den Vordenker der Sozialen Marktwirtschaft, eine Ökonomen-Diskussion über Flüchtlinge, Mobiltelefone in Entwicklungsländern und die Vorbildrolle der Amerikaner. Außerdem geht es um eine Prognose aus dem Jahr 1985, die gründlich daneben lag.


1. Die Wirtschaft soll funktionieren und menschenwürdig sein
(deutschlandradiokultur.de, Nana Brink)
Der Wirtschaftswissenschaftler Walter Eucken gilt als Begründer des Ordoliberalismus und Vordenker der Sozialen Marktwirtschaft. Geboren wurde er vor 125 Jahren – seine Erkenntnisse sind nach wie vor aktuell.  „Eucken sagt, es geht darum, dass wir eine funktionsfähige und menschenwürdige Ordnung haben“, erklärt der Ökonom Nils Goldschmidt. Es gehe um eine Verknüpfung des Kapitalismus mit einem sozialen Anspruch.

2. „Nicht mehr Menschen, sondern Beitragszahler“
(handelsblatt.com, Dana Heide)
Wir verändern die vielen Flüchtlinge Deutschland? Über diese Frage gibt es weder bei Stammtischdiskussionen noch unter Wirtschaftswissenschaftlern Einigkeit, wie eine Diskussion der Ökonomen Marcel Fratzscher, Clemens Fuest, Reint Gropp, Christoph Schmidt, Hans-Werner Sinn und Dennis J. Snower zeigt. Das Publikum bekam viele Sorgen, aber auch optimistische Töne zu hören: „Wenn wir keine Zuwanderung hätten, würden wir ernsthafte Probleme auf dem Arbeitsmarkt und in den Sozialversicherungssystemen haben.“

3. Wie eine Zeitung vor 30 Jahren das Ende des Laptops vorhersagte
(qz.com, Adam Epstein, englisch)
Prognosen sind das Alltagsgeschäft von Ökonomen, Analysten – und auch Wirtschaftsjournalisten. Doch nicht nur bei überraschenden Ereignissen wie der Finanzkrise zeigt sich, dass die Entwicklungen der Wirtschaftswelt äußerst schwierig vorherzusehen sind. Ein Blick auf einen Artikel der „New York Times“ von 1985, der an das baldige Aus für Laptops glaubte, ist ein gutes Beispiel, weshalb man Prognosen mit Vorsicht genießen sollte.

4. Wo mobiles Telefonieren am billigsten ist
(blogs.worldbank.org, Tariq Khokhar, englisch)
Menschen in Entwicklungsländern überspringen das Festnetzzeitalter: Statt auf einen Anschluss zu warten, der auch entlegene Regionen in Indien oder Afrika erreicht, erschließt sich die junge Generation mit Mobiltelefonen die Welt der Telekommunikation. Doch die Hürden dafür sind je nach Herkunft höchst unterschiedlich. Während Sri Lankas Einwohner weniger als einen Dollar pro Monat aufwenden müssen, liegen die Kosten im Inselstaat Tuvalu fünfzig Mal höher.

5. Vom Vorbild zum Zerrbild
(novo-argumente.com, Johannes Mellein)
Der transatlantischen Freihandelspakt TTIP zwischen der EU und den USA ist in Europa höchst umstritten. Zurecht? Beobachter wittern einen antiamerikanischen Reflex in der Bevölkerung. Es herrsche das Vorurteil, die Amerikaner seien nur bestrebt, Standards abzusenken, sagt eine Beraterin Barack Obamas. Ein Blick auf US-Errungenschaften in Sachen Umwelt- und Verbraucherschutz liefere jedoch ein anderes Bild.

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