Nicht alle Reformen kosten Geld, und nicht alles, was Geld kostet, ist deshalb schon eine Reform. Helmut Schmidt, 1918-2015, dt. Politiker

- Linktipps

5 vor 10: Klimawandel, Geldpolitik, Libra, Italien, Urlaub

Heute in den Linktipps: Warum der Strukturwandel bei der Debatte um das Klima nicht vergessen werden darf, wie die amerikanische Notenbank mit Donald Trump umgeht und was Facebooks neue Währung für das globale Finanzsystem bedeutet. Außerdem geht es um Italiens Haushalt und um die Frage: Urlaub oder Geld?

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1. Habeck kann über Wasser laufen
(wiwo.de, Beat Balzli)
Der Wunsch nach politischer Veränderung treibt die Grünen in Umfragen in ungeahnte Höhen. Sie punkten offenbar vor allem vor dem Hintergrund der aktuellen Klimadebatte. Beat Balzli verlangt von Höhenflieger Robert Habeck aber mehr Ehrlichkeit. „Beim Klimaschutz läuft dasselbe ab wie einst bei der Globalisierung. Die Befürworter der entgrenzten Weltwirtschaft verdrängten die dunkle Seite zu lange“, schreibt er: „Fridays for Future ist sexy, Strukturwandel nicht. Habeck und Co. dürfen dieser Wahrheit nicht länger ausweichen. Sonst stürzt die Rakete zu Recht ab.“

2. Notenbank-Chef Jerome Powell kuscht nicht vor Donald Trump
(handelsblatt.com, Katharina Kort)
US-Präsident Donald Trump kritisiert Notenbankchef Jerome Powell schon seit längerem für steigende Zinsen. Nun hat Powell eine geldpolitische Kehrtwende angekündigt, die Trump gefallen dürfte. „Powell musste daher extrem aufpassen, nicht als Marionette des Weißen Hauses zu wirken, wenn er einen sanfteren Kurs bei den Zinsen anschlägt“, schreibt Katharina Kort: „Das ist ihm insofern gelungen, als dass er Trump selbst zumindest teilweise die Schuld gibt, wenn die Fed zu Zinssenkungen gezwungen sein sollte.“

3. Libra muss gestoppt werden
(project-syndicate.org, Katharina Pistor, englisch)
Die von Facebook vorgestellte neue Digitalwährung Libra bekommt vom ersten Tag an erhebliche Aufmerksamkeit. Das liegt daran, dass das soziale Netzwerk mit seinen mehr als zwei Milliarden Nutzern tatsächlich in der Lage scheint, ein noch nie dagewesenes globales Bezahlsystem zu schaffen. Doch Kritik gibt es nicht nur mit Blick auf die Privatsphärenprobleme bei Facebook. Katharina Pistor argumentiert, dass die Idee eine Gefahr für die Stabilität des globalen Finanzsystems bedeuten könnte.

4. Das plant die EU
(zeit.de, Mark Schieritz)
Italien verstößt mit seinen Verschuldungsplänen gegen die EU-Haushaltsregeln und könnte damit vor einer milliardenschweren Geldbuße stehen. Dennoch bemühen sich die Euro-Länder um Deeskalation. „Die finanzpolitischen Eskapaden der italienischen Regierung stürzen die EU in ein Dilemma. Einerseits kann sie den offenen Regelbruch nicht einfach so hinnehmen“, schreibt Mark Schieritz. Andererseits sei die Furcht groß, radikalen Kräften durch einen harten Gegenschlag in die Hände zu spielen.

5. Wenn Arbeitnehmer sich für mehr Urlaub statt mehr Geld entscheiden
(welt.de, Dorothea Siems)
In der Metall- und Elektroindustrie können Hunderttausende Arbeitnehmer wählen, ob sie lieber mehr Geld oder mehr Urlaub bekommen wollen. Es zeigt sich, dass offenbar ein Großteil der Beschäftigten sich für den Urlaub entscheidet. Die Möglichkeit, auf Teilzeit umzustellen, nutzen aber nur wenige. „Offenbar gönnen sich die überwiegend männlichen Beschäftigten in Branchen wie dem Maschinenbau oder der Automobilindustrie zwar gerne mehr Urlaub, doch ein Teilzeitjob mit Gehaltseinbußen geht ihnen dann doch zu weit“, beobachtet Dorothea Siems.

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  • Autor

    INSM Redaktion

    Hier schreibt die Redaktion der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

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