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5 vor 10: Erhard, Lieferketten, Indien, Coronavirus, Frugalismus

Heute in den Linktipps: Warum der Ordoliberalismus noch nicht ausgedient hat, was das neue Lieferkettengesetz für Unternehmen bedeutet und wie Indiens Wirtschaft unter der Coronakrise leidet. Außerdem geht es um einen Standortvorteil Deutschlands bei der Pandemiebekämpfung und um den Trend zum Frugalismus.

1. Ludwig Erhard hat noch lange nicht ausgedient
(handelsblatt.com, Christian Rickens)

Der Bund rettet die Lufthansa, stoppt die Pflicht zum Insolvenzantrag und verlängert das Kurzarbeitergeld: Die Politik ist in der Coronakrise zum zentralen ökonomischen Akteur geworden, der es in der Hand hat, ob Unternehmen überleben oder nicht. Aus Sicht des Ordoliberalismus ist das bedenklich. Christian Rickens fordert eine Rückbesinnung zur Wirtschaftspolitik unter Ludwig Erhard: „Nur als Schiedsrichter kann der Staat wirklich stark sein. Als ökonomischer Spieler taugt er bestenfalls für die Kreisklasse.“

2. Warum das Lieferkettengesetz auch den Unternehmen nützt
(piqd.de, Alexandra Endres)

Das von Entwicklungsminister Gerd Müller und Arbeitsminister Hubertus Heil vorangetriebene Lieferkettengesetz ist umstritten: Es soll Unternehmen dazu zwingen, die Einhaltung von Menschenrechten bei Zulieferern zu überwachen. Gegner des Gesetzes fürchten enorme zusätzliche Kosten für die Wirtschaft. Befürworter sehen aber auch Chancen für Unternehmen, die sich rasch anpassen: Sie könnten bei ihren Kunden an Ansehen gewinnen.

3. Die gigantischen Kosten von Indiens Corona-Krise
(bloomberg.com, Mihir Sharma, englisch)

Kein Land verzeichnet derzeit so viele Corona-Neuinfektionen wie Indien. Gleichzeitig ist die Wirtschaftsleistung des Landes zuletzt massiv eingebrochen. Auch die Inflation steigt rasant. Das Schlimmste könnte den Indern noch bevorstehen, glaubt Mihir Sharma. Für ein großes Konjunkturprogramm ist es aus seiner Sicht deshalb noch zu früh: Die Regierung von Premier Narendra Modi werde das Geld bald noch dringend brauchen.

4. Wir müssen die Pandemie digital bekämpfen
(welt.de, Chris Boos)

Ein Leben mit dem Coronavirus ist im vergangenen halben Jahr in vielen Teilen der Welt zum Alltag geworden. Der Unternehmer Chris Boos, der als Experte für Künstliche Intelligenz gilt, ruft dazu auf, bei der Bekämpfung der Pandemie nicht nachzulassen. Er glaubt, dass digitale Hilfsmittel dabei eine entscheidende Rolle spielen können – und die deutsche Wirtschaft in der Frage einen enormen Wettbewerbsvorteil hat.

5. Willkommen im Schlaraffenland des „Frugalismus“
(capital.de, Nadine Oberhuber)

Bereits mit 40 Jahren in Rente und dann nie wieder Arbeiten müssen? Dieses Ziel haben sich Menschen vorgenommen, die sich oft als Frugalisten bezeichnen. Ihre Idee: In jungen Jahren so viel Geld wie möglich zu sparen, um dann später von den Erträgen leben zu können. Nadine Oberhuber erklärt, dass dabei einiges an Bescheidenheit nötig ist, ein paar Verhaltensweisen der Frugalisten aber auch für Normalbürger Sinn machen.

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