Jede Ausgabe des Staates beruht auf einem Verzicht des Volkes. Ludwig Erhard, 1897-1977, deutscher Wirtschaftsminister, Bundeskanzler

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5 vor 10: Helikopter-Geld, Werbung, Ruhestand, Erdöl, Arbeitslosigkeit

Heute in den Linktipps: Wo das Helikopter-Geld schon einmal Wirklichkeit war, was gegen geplante Werbeverbote einzuwenden ist, warum der Ruhestand neue Probleme schafft und das billige Erdöl zu keinem Konjunkturschub führt. Außerdem: Sollten Sanktionen für Hartz-IV-Bezieher abgeschafft werden?

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1. Helikopter-Geld für Gersthofen
(faz.net, Maximilian Weingartner)
EZB-Chef Mario Draghi schließt es nicht aus, direkt Geld an die Bürger zu verteilen, um so die europäische Wirtschaft anzukurbeln. Dieses sogenannte Helikopter-Geld gab es in Deutschland schon einmal: im bayerischen Dorf Gersthofen. Der dortige Bürgermeister zahlte einst 100 Mark an jeden Einwohner aus. Die Geldschwemme in Europa sieht er heute aber kritisch.

2. Werbeverbote und der Kampf gegen den Sexismus
(rolandtichy.de, Roland Tichy)
Das Justizministerium geht gegen angeblich geschlechterdiskriminierende Werbung vor, der Ernährungsminister will Zigarettenwerbung verbieten. Angesichts der Pläne erinnert Roland Tichy an Ludwig Erhard: “Ein vorbeugender Betreuungsstaat, der die Menschen gängelt und ihnen Vorschriften in immer neuen Lebensbereichen macht bis hin zur Glühbirne und der Strahlstärke im Duschkopf – das wäre nicht seine Welt gewesen.”

3. Der Ruhestand und seine Mängel
(hbr.org, Neil Pasricha, englisch)
Die Lebenserwartung der Menschen auf der japanischen Insel Okinawa ist um mehrere Jahre höher als in den westlichen Industrieländern. Das könnte etwas damit zu tun haben, dass die Bewohner auch im Alter nicht aufhören zu arbeiten, vermutet Neil Pasricha. Studien zeigten, dass sinnstiftende Tätigkeiten die Zufriedenheit und Gesundheit stark erhöhten. In der europäischen und amerikanischen Auffassung vom Ruhestand wird das laut Pasricha vergessen.

4. Schadet billiges Öl?
(krugman.blogs.nytimes.com, Paul Krugman, englisch)
Öl ist der Schmierstoff der Wirtschaft. Wenn es billig ist, sollten auch die Geschäfte besser laufen. Doch dieser Effekt ist derzeit nicht zu beobachten. Mehrere Ökonomen argumentieren sogar, dass das billige Öl die Wirtschaft eher schrumpfen lässt. Das könnte an der Erwartung einer niedrigen Inflation liegen, erklärt Paul Krugman. Oder am Investitionsverhalten der Ölfirmen.

5. Arbeitslosigkeit ist schon Strafe genug
(zeit.de, Christoph Herwartz)
“Fördern und fordern” galt als das Motto der Hartz-IV-Reform von 2003. “Fordern” bedeutet: Wenn sich Arbeitslose aus Sicht der Behörden nicht genug anstrengen, werden sie sanktioniert. Das System stößt aber an seine Grenzen. Christoph Herwartz schlägt eine Alternative vor: negative Einkommensteuern nach den Vorstellungen Milton Friedmans.

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  • Autor

    INSM Redaktion

    Hier schreibt die Redaktion der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

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