Der Strukturwandel, den Schumpeter einst als „schöpferische Zerstörung“ bezeichnete, verdrängt Ladengeschäfte aus Innenstädten zu Gunsten von uniformen Franchiseunternehmen. Doch mit den Ladengeschäften stirbt mehr als wir glauben.
Michael J. Sandel: Gerechtigkeit – wie wir das Richtige tun, Ullstein-Verlag, Berlin 2013
Wieder einmal gelingt es Michael J. Sandel ein Buch leicht und verführerisch wie Crème Caramel vorzulegen. Es ist sicherlich nicht so eindrucksvoll wie die Seminarreihe „Justice“, die im Internet den Harvard-Professor als Meisterprediger von Moral und Gerechtigkeit zeigt. Und auch ist es nicht so tiefgründig wie Werke seiner Kollegen aus Philosophie und Ökonomie. Aber Sandels Buch zeigt, dass der oft schwerfällig wirkende Begriff der Gerechtigkeit massentauglich und lebendig diskutiert werden kann. Und muss.
Dass die für 1. Januar 2014 geplante Finanztransaktionssteuer pünktlich eingeführt wird, wird immer unwahrscheinlicher. Denn Kritik häuft sich, nicht nur von Seiten der Finanzindustrie. Der Autor meint zu Recht. Denn die sogenannte „Steuer gegen Armut“ ist alles andere als ein Heilsbringer.
Die Finanzkrise hat gezeigt: Kommt eine Bank in Zahlungsschwierigkeiten, bricht Panik aus und alle Sparer versuchen gleichzeitig ihre Guthaben abzuheben.Unbewusst lösen sie damit eine Kettenreaktion aus und verschlimmern die Situation der Bank noch weiter – doch das müsste nicht sein, wie der Reformvorschlag des Autors zeigt.
Geldschwemme statt Sparkurs. Mithilfe der Notenpresse versucht Japan die Wachstumsschwäche zu überwinden. Und tatsächlich scheint das Wirtschaftswachstum im ersten Quartal anzuspringen. Nun fordern auch in Europa immer mehr das Ende des Sparkurses. Doch der Preis dafür könnte hoch sein.
Mit Strafzöllen will die EU Kommission den europäischen Markt gegen billige Solarmodule aus China abschotten. Doch die meisten Mitgliedsstaaten lehnen das ab – und tun gut daran.
Eurokritiker vermitteln gerne den Eindruck, die Krisenländer der EU würden nötige Reformen verschleppen und stattdessen lieber die Hand aufhalten. Dabei sieht die OECD die Krisenländer bei der Reformintensität auf den vorderen Rängen.