Archiv der Kategorie: "Soziales"

Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte, war Politik von Ideologie geprägt – rechts gegen links, arm gegen reich, Elite gegen Außenseiter. Je nach Weltbild – von Zuhause geprägt oder über die Jahre angeeignet – interpretierte man die Welt und ihre Geschehnisse. Selten sprachen Fakten und Entwicklungen eine so deutliche Sprache, dass man seine Meinung hätte revidieren müssen. Das hat sich geändert. Aber wird die Politik den neuen Erkenntnissen folgen? Die Forschung im Bereich “Entwicklungspolitik” könnte Vorbild sein.   weiterlesen

Nur weil jemand ein höheres Einkommen als der andere hat, ist er längst noch nicht zufriedener. Harry G. Frankfurt räumt mit der ständigen Forderung vieler nach ökonomischer Gleichheit auf und zeigt, dass es akzeptabel sein kann, wenn wir eben nicht gleich viel haben. Ungleichheit ist für ihn moralisch nicht relevant. Einzig wichtig ist zu wissen, was für einen genug ist.

Harry G. Frankfurt: Ungleichheit – warum wir nicht alle gleich viel haben müssen, Suhrkamp, Berlin 2016.

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Die Bundesrepublik wird nicht nur immer älter, sie liegt auch bald im Sarg. Solche wie Mantras wiederkehrenden Vorurteile ärgern Thomas Straubhaar. Gleich zehn Mythen des demografischen Wandels hat der Ökonom ausgemacht. Dass die Bundesrepublik nicht ausstirbt, liegt für ihn vor allem an den noch ungenutzten Chancen und guten Perspektiven, die eben genau jene gefürchtete Alterung mit sich bringt.

Thomas Straubhaar: Der Untergang ist abgesagt – wider die Mythen des demografischen Wandels, edition Körber-Stiftung, Hamburg 2016

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Der Vorschlag, mit einem höheren Rentenniveau Armutsrisiken vorbeugen zu können, führt in die Irre. Zum einen profitieren davon auch Ruheständler mit einer auskömmlichen Rente. Zum anderen werden die jüngeren Beitragszahler über Gebühr belastet. Steigt das Sicherungsniveau vor Steuern zum Beispiel auf 50 Prozent, müssen im Jahr 2029 zusätzliche Ausgaben in Höhe von 52 Milliarden Euro finanziert werden. Dann droht der Beitragssatz die 25-Prozent-Marke zu reißen.

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Sollten die Rechte von Piloten eingeschränkt werden, in dem deren Ärzte von der Schweigepflicht entbunden werden? Auf den ersten Blick könnten damit Tragödien wie der Germanwings-Absturz durch einen depressiven Piloten im vergangenen Jahr verhindert werden. Doch der erste Blick greift zu kurz. Die Beschränkung der Freiheit wäre kein Fortschritt. weiterlesen

Bildung ist nicht alles. Aber ohne Bildung ist alles nichts. Oder fast nichts. Davon sind die Autoren überzeugt. Bildung verhilft zu sozialem und materiellem Wohlstand, verbessert die Gesundheit, das politische Zusammenleben, reguliert den weltweiten Bevölkerungszuwachs, erhöht die Lebensqualität und damit letztlich auch das Glück. Dass nichts besser als Bildung die Konflikte zwischen der armen und reichen Welt lösen kann – davon sind die Autoren überzeugt. Fragt sich nur, wer bereit ist, das alles zu bezahlen.

Reiner Klingholz / Wolfgang Lutz: Wer überlebt? Bildung entscheidet über die Zukunft der Menschheit, Frankfurt am Main 2016, Campus-Verlag

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Die Angst geht um – Angst vor Überfremdung, Angst vor finanzieller Überforderung, Angst vor islamischem Fundamentalismus, Angst vor Terror und auch Angst vor russischem oder chinesischem Kapital. Doch wer Angst hat, sollte sich zunächst einmal auf seine eigenen Stärken besinnen. Larry Siedentops neues Buch ist darauf eine Antwort: Wer sind wir Europäer, welche Werte machen uns aus und wohin geht unsere Reise. Als wichtigsten Bezugspunkt unserer kulturellen Kraft und gesellschaftlichen Stärke nennt er eine Größe, die für viele im Wettbewerb der Weltanschauungen keine allzu bedeutende Rolle mehr zu spielen scheint: das Christentum.

Larry Siedentop: Die Erfindung des Individuums. Der Liberalismus und die westliche Welt. Verlag Klett-Cotta, Stuttgart 2015.

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