In neuerer Zeit ist Wachstum zum wichtigsten Heilmittel gegen Arbeitslosigkeit geworden. John Kenneth Galbraith, 1908-2006, Ökonom

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5 vor 10: Vermögen, Pflege, Schulden, Russland, Leistungsbilanz

Heute in den Linktipps: Was die Geldpolitik mit der Vermögensverteilung zu tun hat, wer die steigenden Kosten in der Pflege trägt und wo Europa seine heimlichen Schulden versteckt. Außerdem geht es um Russlands wirtschaftliche Stagnation und die Debatte um Deutschlands Leistungsbilanzüberschüsse.

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1. Neue grüne Marktwirtschaft
(tichyseinblick.de, Frank Schäffler)
Vermögenswerte haben in den vergangenen Jahren deutlich stärker zugenommen als die Löhne von Angestellten. Politiker fordern deshalb vielfach mehr Umverteilung. Frank Schäffler glaubt jedoch, dass Staatseingriffe die eigentliche Ursache für die kritisierte Vermögensverteilung sind. Er verweist auf das billige Geld, das in die Märkte gepumpt wurde, um Teile der Wirtschaft zu retten: „Das hat mit Marktwirtschaft nichts zu tun. Wer die Insolvenz von Unternehmen, Banken und Staaten verhindert, versündigt sich daher an der Marktwirtschaft und trägt zur ungerechtfertigten Schonung von Vermögen bei.“

2. Kollektive Demenz
(faz.net, Heike Göbel)
Beim Thema Pflege konnten sich Union und SPD in den laufenden Koalitionsverhandlungen ohne große Probleme einigen. Mehr Stellen für Pflegekräfte soll es geben und außerdem mehr Geld für das Personal. Heike Göbel verweist darauf, dass die Mehrkosten von Pflegepatienten und ihren Familien getragen werden müssen. Sie plädiert für mehr Marktmechanismen in der Pflege, um die knappen Ressourcen künftig besser einzusetzen: „Darüber denkt die Politik bisher zu wenig nach.“

3. Europa sitzt auf einem Berg heimlicher Schulden
(welt.de, Anja Ettel und Holger Zschäpitz)
12,5 Billionen Euro Schulden haben die EU-Staaten angehäuft – die Verbindlichkeiten sind trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs im vergangenen Jahrzehnt nicht kleiner geworden. Und dabei handelt es sich nur um offizielle Schulden. Die Länder haben auch noch in großem Maße Bürgschaften und Garantien vergeben, die in einer Krise die Staatskassen massiv belasten könnten. In Finnland, Österreich und Deutschland sind die heimlichen Schulden am höchsten.

4. Warum Russlands Wirtschaft weiter stagnieren wird
(project-syndicate.org, Konstantin Sonin)
Für Investoren galt Russland einmal als große Wachstumshoffnung. Als Teil der sogenannten BRIC-Staaten wurde Russland in einem Atemzug mit China genannt. Doch während die Regierung in Peking Wachstumsraten von rund sieben Prozent verkündet, legt die russische Wirtschaft deutlich weniger als zwei Prozent zu. Konstantin Sonin glaubt, dass sich daran auch in der vierten Amtszeit von Wladimir Putin kaum etwas ändern wird. Der Präsident sei zu tiefgreifenden Reformen nicht bereit.

5. Exportieren wir wirklich unsere Ersparnisse?
(makronom.de, Talina Sondershaus und Hannes Böhm)
Die hohen deutschen Leistungsbilanzüberschüsse haben viele Kritiker. Im Ausland werden sie als Zeichen eines unfairen Wettbewerbs gewertet. Im Inland wird behauptet, Deutschland würde seine Ersparnisse exportieren – und hätte folglich zu wenig Kapital, um hierzulande zu investieren. Talina Sondershaus und Hannes Böhm treten dieser Vorstellung jedoch entgegen: „Von Leistungsbilanzen auf internationale Finanzströme zu schließen kann schnell aufs ökonomische Glatteis führen.“

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  • Autor

    INSM Redaktion

    Hier schreibt die Redaktion der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

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