Für eine freie Marktwirtschaft - auch mit dem Adjektiv sozial davor - gehört es sich, einen liberalisierten Arbeitsmarkt zu haben. Hans-Olaf Henkel, *1940, ehem. BDI-Präsident

6 Linktipps

5 vor 10: Tarifkonflikt, Gründer, Altersarmut, Vermögen, China

Heute in den Linktipps: Worum es im Tarifstreit der Metall- und Elektroindustrie geht, was junge Gründer von der großen Koalition halten und warum die Grundrente möglicherweise keine so gute Idee ist. Außerdem geht es um die Macht der Vermögenden und Chinas Handelspolitik. (mehr …)


1. Wegen der 28-Stunden-Woche drohen 24-Stunden-Streiks
(sueddeutsche.de, Detlef Esslinger)
Im Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie haben Arbeitgeber und Gewerkschaftsvertreter am Wochenende keine Einigung erzielt. Im Zentrum des Streits steht die Forderung der IG Metall nach einer Arbeitszeitverkürzung mit Lohnausgleich. “Viele Arbeitgeber wissen nicht, was sie furchtbarer finden sollen: dass die Gewerkschaft Arbeitskapazität abziehen will in einer Zeit, da viele Betriebe voll ausgelastet sind”, schreibt Detlef Esslinger, “oder dass sie diese Idee auch noch subventionieren sollen”.

2. Große Koalition ohne Gründergeist
(faz.net, Julia Löhr)
Das Wort Start-up kommt in dem 28 Seiten langen Sondierungspapier von Union und SPD nicht vor. Junge Unternehmer beklagen sich darüber, dass zwar eifrig über das Rentenniveau und Krankenversicherungen gestritten werde, aber die Zukunft einer digitalen Wirtschaft kaum ein Thema ist. “Es gehe in der Politik immerzu um Verteilungsfragen”, schreibt Julia Löhr, “und nicht so sehr darum, womit die deutsche Wirtschaft in Zukunft eigentlich ihr Geld verdienen soll”.

3. Das Gespenst der Altersarmut
(wirtschaftlichefreiheit.de, Norbert Berthold)
Die Armutsgefährdungsquoten von älteren Menschen sind niedriger als die von jungen. Dennoch steigt bei vielen Menschen die Sorge vor der Altersarmut. Union und SPD wollen dem nun mit dem Konzept der Grundrente entgegentreten. Das stößt jedoch auf Kritik: “Versicherung und Versorgung werden vermischt. Es droht eine systemfremde Beitragsfinanzierung”, warnt Norbert Berthold. “Existenzsichernde Altersrenten gibt es nur nach einer Wurzelbehandlung: Mehr (Aus-)Bildung, weniger (Langzeit-)Arbeitslosigkeit und längere Lebensarbeitszeiten.”

4. Feudale USA
(zeit.de, Rüdiger Bachmann)
Das Kabinett von Donald Trump zählt zu den reichsten in der amerikanischen Geschichte: Zwei Milliardäre und mehr als ein Dutzend Millionäre sind vertreten. Rüdiger Bachmann warnt vor einem System, in dem die Wohlhabenden immer mehr Macht bekommen. Einer seiner Lösungsvorschläge lautet: mehr Wettbewerb. “Die Politik muss sich darauf vorbereiten, dass die Vermögenskonzentration auch in Deutschland irgendwann korrosiv auf unser politisches System wirken könnte.”

5. „China wird zurückschlagen“
(handelsblatt.com, Annett Meiritz)
Mit hohen Zöllen auf Solarmodule und Waschmaschinen geht US-Präsident Donald Trump vor allem gegen China in die Offensive. Der Handelsexperte Edward Alden ist aber skeptisch, dass ein Alleingang der USA erfolgreich sein wird. “Weitaus sinnvoller wäre eine Kombination aus mehr Druck durch die WTO, eng umrissenen Sanktionen, und vor allem eine Zusammenarbeit mit Verbündeten”, sagt er.  “Die Handelspraktiken Chinas betreffen schließlich die ganze Welt.”

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  • Autor

    INSM Redaktion

    Hier schreibt die Redaktion der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

    Alle Beiträge

  • “Mehr (Aus-)Bildung, weniger (Langzeit-)Arbeitslosigkeit und längere Lebensarbeitszeiten.”
    Für ein Rentensystem sind alle drei Punkte im Grunde egal. Wichtig ist, dass die arbeitende Bevölkerung genug produziert, um die nichtarbeitende zu versorgen. Der Rest ist eine Verteilungsfrage. Daher ist die Behauptung man bräuchte eine bessere Ausbildung, weniger Langzeitarbeitslosigkeit nur in sofern richtig, als das eine bessere Ausblidung eine höhere Produktivität bedeutet. Weniger Arbeitslosigkeit heißt, man verteilt die Arbeit besser.

    Eine länger Lebensarbeitszeit ändert nichts an der aktuellen Produktivität. Daher bringt es für die aktuelle Ressourcenverteilung nichts. Die Vorschläge zeigen den begrenzten Erkenntnisstand, welcher auf einer betriebswirtschaftlichen oder privatpersonen Basis beruht. Dort kann man sparen. In einer volkswirtschaft bringt das nichts. Dort geht es nur darum, ob genug produziert wird. Die Demographie, die Verteilung Alt zu Jung, etc. ist vollkommen egal. Das kann man einfach empirisch prüfen.
    Wenn die Verteilung des Alters einen Einfluss auf die Rente hätte, dann würden jüngere Länder z.B. aus Afrika hohe Renten haben. Haben sie aber nicht, da die Produktivität niedrig und die staatlichen Strukturen schwach sind.
    Da es eine Verteilungsfrage ist, sollte man sie als solche führen. Dann kommt man automatisch zu anderen Antworten als wenn man Pseudoargumentationen wie seit Jahrzehnten führt.

  • Hallo Dan Chris,

    eine bessere Ausbildung und Bildung sichert ein höheres Einkommen. Dadurch steigen natürlich auch die Renten. Die von Ihnen angebrachten Länder aus Afrika leiden ja eben unter mangelnden Bildungschancen und den daraus resultierenden Problemen. (Hir)

  • steinweg

    Das ist nun wirklich eine Darstellung. Mutti erklärt die Welt am Kaffee-Tisch bei Buddenbrooks.

  • Ich verstehe das Argument nicht.
    1. Nehmen wir an alle wären gut gebildet. Jeder hätte mindestens einen Master. Was würde denn laut INSM passieren?

    Genau das ist es was ich meine. Was bei einer Einzelperson funktioniert, funktioniert noch lange nicht in einer Volkswirtschaft. Hier bringt die bessere Bildung eine höhere Produktivität und somit die Möglichkeit eine große Zahl von Menschen über eine Rente zu versorgen. Das ist in Afrika nicht der Fall.

    Die afrikanische Länder leiden unter vielen Dingen. Ganz wesentlich sind die fehlenden oder schwach ausgeprägten staatlichen Strukturen. Ohne eine gewisse Rechtssicherheit, Infrastruktur, usw. kann man sich bilden wie man will. Es kommt wenig dabei heraus.

    2. Nehmen wir an die Löhne würden im dargestellten Szenario steigen. Gleichzeit steigen aber auch die Ansprüche. Daher ändert sich gar nichts. Die INSM kann weiter über die hohe Belastung jammern.

  • Kammerjäger

    Das ist Küchenökonomie.

    Im Jahr 2040 wird die Produktion auf die im Jahr 2040 lebende Bevölkerung aufgeteilt. Wenn Herr Hir heute einen großen Teil seines Einkommens spart, bekommt er auf Basis der gesetzlichen Regelungen (Rentenberechnung) einen höheren Anteil an dem Kuchen. Wenn er privat spart, dann wird sein Anteil durch eine höhere Kaufkraft erhöht. Aber im gleichen Umfang wird der Restkuchen für die anderen kleiner. Wenn alle höhere Beträge sparen, dann wird die Gesamtnachfrage größer, die Inflation steigt, und real bleibt das gleiche wie wenn alle weniger gespart hätten.

    Jeder kann für sein Alter sparen, aber eben nicht alle.

    Wenn man die Produktion im, Jahr 2040 erhöhen will, dann muss man die Investitionen besonders in Bildung erhöhen, damit die dann arbeitende Bevölkerung produktiver ist. Oder man muss das Kinderkriegen wieder attraktiver machen, damit die Anzahl der produktiv arbeitenden Personen höher wird. Das Konzept Frauen verstärkt in die Erwerbsarbeit zu bringen (wie vom INSM wiederholt gefordert), löst das Problem kurzfristig, indem mehr Personen wertschöpfend tätig sind, verschlimmert aber das Problem langfristig, weil keine Kapazitäten für Kindererziehung da sind.

  • Das Beispiel zeigt sehr schön, dass die INSM keine Lösungen anbieten kann, weil sie die Probleme nicht versteht.