Bei der Steuererklärung merkt man, wieviel Geld man sparen würde, wenn man keins hätte. Fernandel (eigentlich: Fernand Joseph Désiré Contandin), 1903-1971, französischer Filmschauspieler

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Bildungsdefizite gefährden Zukunft

Deutschland belegt beim IW-Einstiegsmonitor bei der Bildung nur Platz 15.

Bildung und Forschung sind die einzigen Bereiche des Bundeshaushaltes, in die explizit mehr Geld investiert werden soll – so hieß es jedenfalls am Rande der   Koalitionsverhandlungen. Gut so, denn der Bedarf ist unumstritten. Das zeigt auch der IW?Einstiegsmonitor. In der Studie wurden die Zukunftsfelder Familie, Bildung, Arbeitsmarkt, Steuer- und Sozialpolitik analysiert. Über diese „Zugangskanäle“ muss es den Menschen auch zukünftig gelingen, gute Bildungsabschlüsse zu machen und damit ihre Ein- und Aufstiegschancen im Arbeitsmarkt zu erhöhen. Deutschland belegt dabei lediglich Platz 12 von 19 untersuchten Ländern. Das schlechte Abschneiden bei der Bildungspolitik (Platz 15) fällt dabei besonders schwer ins Gewicht. Viele Handlungsfelder bieten sich an: Zum Beispiel müsste den Schulen eine größere Autonomie bei verbindlichen Vorgaben eingeräumt werden. Der Wettbewerb zwischen den Schulen könnte dann Verbesserungspotenziale aufdecken. Dazu zählt auch mehr Handlungsspielraum in der Personalpolitik. Damit sich Leistung auch im Schuldienst lohnt, sollten mehr leistungs- aufgaben- und zielorientierte Entlohnungselemente ins Besoldungssystem eingeführt werden. Dann sind die Chancen groß, dass mehr Geld für Bildung sich auch in einer besseren Schulqualität niederschlagen kann.

  • Autor

    Dr. Oliver Stettes

    ist Leiter des Kompetenzfelds Arbeitsmarkt und Arbeitswelt am Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

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  • Adlib

    Unbestritten: Investitionen in Bildung sind wichtig und müssen im Interesse kommender Generation und der Chancengleichheit erhöht werden. Was mir bei diesem Post aber auffällt: Warum klebt das IW so dermaßen sklavisch an internationalen Vergleichen. Für mich ist da immer eine Note Alarmismus dabei. Nach dem Motto: seht her, wie sind nur auf Platz 15 von 20, Reformen her, Reformen her. Was die internationalen Vergleiche nie berücksichtigen sind die Eigenheiten der Länder. Da werden Zahlen erhoben, ökonomische Eckdaten verglichen. Unterschiedliche Mentalitäten, kulturelle Eigenheiten finden dabei aber keinerlei Berücksichtigung. Der Grund für mehr Investitionen in Bildung sollte sein, dass wir die Notwendigkeit dafür an den Zuständen in Deutschland erkennen. Und nicht, das wir in der Rangliste 10 Plätze hinter Land XY liegen. Wenn wir in Deutschland die Ausgaben für Infrastruktur auf Null fahren und alles Geld in die Bildung stecken, liegen wir plötzlich auf Platz 1. Ob das aber erstrebenswert ist, ist eine andere Frage.