Es stimmt nicht, dass alles teurer wird; man muss nur einmal versuchen, etwas zu verkaufen. Robert Lembke, 1913-1989, deutscher Journalist

6 4 Fragen an...

Hans-Wolfgang Arndt: „Die Soziale Marktwirtschaft ist bemerkenswert stabil“

Die Botschafter der INSM verbreiten mit ihrem ehrenamtlichen Engagement die Botschaft der Sozialen Marktwirtschaft. In der Serie „4 Fragen an…“ beantworten sie Fragen rund um die Marktwirtschaft. In diesem Post: Hans-Wolfgang Arndt. (mehr …)

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1) Herr Prof. Dr. Hans-Wolfgang Arndt, warum setzen Sie sich für die Soziale Marktwirtschaft ein?

Ich kenne kein besseres Wirtschaftssystem mit Ausnahme einer sozialen und ökologisch nachhaltigen Marktwirtschaft.

2) In welcher Verfassung befindet sich aktuell die Soziale Marktwirtschaft in Deutschland?

Die gegenwärtige Verfassung der Sozialen Marktwirtschaft – auch mit Mindestlohn etc. – ist bemerkenswert stabil und flexibel zugleich.

3) Wenn Sie den Ordnungsrahmen der Sozialen Marktwirtschaft ändern könnten: Was würden Sie konkret tun?

Mehr Gewicht legen auf nachhaltige Ökologie und mehr Rücksicht auf die Wirtschaftsstrukturen der weniger entwickelten Länder, zum Beispiel bei Agrarexporten und Subventionen.

4) Welche drei Bücher über die Soziale Marktwirtschaft empfehlen Sie?

Mein Glaube an die Aufklärungskraft von Büchern ist eher gering. Vor allem eigene Anschauung, gestützt auf einige Grundkenntnisse vor allem historischer Natur, zwingen zum Nachdenken. Zum Lesen reicht der „Klassiker der Ökonomie“ der INSM völlig aus.

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  • Autor

    Prof. Dr. Hans-Wolfgang Arndt

    ist Professor für Steuerrecht. Er war Ordinarius und von 2001 bis 2012 Rektor der Universität Mannheim.

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  • Cooper8

    Selten so einen Unsinn gehört!
    Das Soziale an der sozialen Marktwirtschaft waren regelmäßige reale Lohnsteigerungen nach folgendem Prinzip: Zielinflation plus Fortschritt in der Produktivität.
    Die realen Löhne sind in Deutschland seit vielen Jahren nicht mehr gestiegen.
    Deshalb gibt es auch keine soziale Marktwirtschaft mehr in Deutschland.
    Wie man bei dem enormen Anstieg der Ungleichheit bei der Einkommens- und Vermögensverteilung von stabilen Verhältnissen sprechen kann, ist für mich nicht nachvollziehbar.
    Hat je ein neoklassischer Ökonom versucht einen wissenschaftlich korrekten Beweis für die Richtigkeit des Gleichgewichtsmodell von Walras zu präsentieren?
    Das ist doch nur eine unbewiesene Behauptung!

  • Hallo Cooper8,
    die Reallöhne sind innerhalb des letzten Jahres um ca. 1,8% gestiegen. Sie steigen also.
    https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2016/12/PD16_471_623.html;jsessionid=35FC03034C338C9DC4E4089FDC8FE63D.cae4 (hir)

  • Cooper8

    Was war in den Jahren zuvor?
    Die deutschen Löhne müssen über rund eine Dekade deutlich (circa 5% p.a.) steigen, um die Lücke zu den Lohnstückkosten der anderen Mitgliedsländern wieder zu schließen.
    Wenn das nicht geschieht, werden die Eurozone und damit auch die EU keine Zukunft haben.

  • Cooper8

    Neoklassische Ökonomen ignorieren, dass ihre Lehre theoretisch bereits mehrfach widerlegt worden ist.
    Bietet man eine Debatte an, dann wird man zensiert:
    Frechheit!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  • Kammerjäger

    @INSM: Die Reallohnsteigerung ist einzeln betrachtet irrelevant. Volkswirtschaftlich relevant ist die Frage, ob die Reallöhne schneller oder langsamer wachsen als die Arbeitsproduktivität. Wachsen sie schneller oder langsamer kommt es zu Ungleichgewichten und langfristig zum Kollaps des Systems.

    Da sie Reallohnsteigerungen lange unter der Produktivitätssteigerung gelegen haben, gibt es eine Reihe von Schieflagen in der internationalen Wirtschaft. Die Handelsungleichgewichte Vermögensverteilungen, die Eurokrise, die niedrigen Zinsen und der Brexit sind Symptome dieser Schieflage. Und diese Schieflage führe zu Erstarken der rechtspopulistischen Parteien. Wenn man sich den notwendigen Reformen verweigert, werden sich de durch die Ungleichgewichte entstanden wirtschaftlichen und politischen Spannungen krisenhaft entladen.

    Es gehört zu dem Versagen der neoklassischen Theorie Ungleichgewichte aus ihren DSGE Modellen herausdefiniert zu haben, und die Probleme deshalb nicht erkennen zu können. Sie steuert uns damit in die Richtung, die in der 3ten Dekade des letzten Jahrhunderts mit der großen Depression und der anschließenden politischen Katastrophe in Deutschland geführt hat.

  • Cooper8

    Selten so einen Unsinn gehört!
    Das Soziale an der sozialen Marktwirtschaft waren regelmäßige reale Lohnsteigerungen nach folgendem Prinzip: Zielinflation plus Fortschritt in der Produktivität.
    Die realen Löhne sind in Deutschland seit vielen Jahren nicht mehr gestiegen.
    Deshalb gibt es auch keine soziale Marktwirtschaft mehr in Deutschland.
    Wie man bei dem enormen Anstieg der Ungleichheit bei der Einkommens- und Vermögensverteilung von stabilen Verhältnissen sprechen kann, ist für mich nicht nachvollziehbar.
    Hat je ein neoklassischer Ökonom versucht einen wissenschaftlich korrekten Beweis für die Richtigkeit des Gleichgewichtsmodell von Walras zu präsentieren?
    Das ist doch nur eine unbewiesene Behauptung!