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5 vor 10: Wachstum, Rente, Eigentum, Bargeld, Umverteilung

In den Linktipps am Montag: Deutschlands komfortable konjunkturelle Lage, das steigende Renteneintrittsalter, ein Plädoyer für das Eigentum und Kritik am Umgang des Staates mit dem gesetzlichen Zahlungsmittel. Außerdem geht es darum, wie Umverteilung einer Volkswirtschaft schaden kann.


1. Mehr Zuwanderung, mehr Wachstum
(blog.zeit.de, Dieter Wermuth)
Die Aussichten für die deutsche Konjunktur sind so gut wie lange nicht. Bereits im ersten Quartal hat die Wirtschaftsleistung kräftig zugelegt. Die positiven Auswirkungen der Flüchtlingszuwanderung, die den Staat zu zusätzlichen Ausgaben bringt, sind dabei erst in geringem Maße bemerkbar geworden. „Ich bin mir sicher, dass wir demnächst auch im Vorjahresvergleich eine Zwei vor dem Komma sehen werden, und ich schließe eine Drei oder sogar eine Vier nicht aus“, schreibt Dieter Wermuth: „Insgesamt ist der Boden bereitet für deutlich höhere Wachstumsraten des realen BIP.“

2. Deutsche müssen sich auf Rente mit 73 einstellen
(welt.de, Nando Sommerfeldt und Holger Zschäpitz)
In einer Gesellschaft, die immer älter wird und gleichzeitig über weniger Nachwuchs klagt, gibt es nur zwei Möglichkeiten, um das Rentensystem nachhaltig zu gestalten: Entweder steigen die Beiträge oder das Renteneintrittsalter. Will die Politik die Rentenbeiträge konstant halten, muss sie an der zweiten Stellschraube kräftig drehen: Nach einer neuen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln ist 2041 ein Renteneintrittsalter von 73 Jahren notwendig.

3. Frieden braucht Eigentum
(wirtschaftlichefreiheit.de, Thorsten Polleit)
Um Eigentum wird viel gestritten, Konflikte um materiellen Besitz sind der Haupttreiber für gewalttätige Auseinandersetzungen. Sollte man das Eigentum vor diesem Hintergrund nicht besser abschaffen? Ganz im Gegenteil, argumentiert Thorsten Polleit. Er empfindet Eigentum als „praktikable ethische Norm für das Zusammenleben in der Gemeinschaft“ und fügt hinzu: „So gesehen führen alle politischen Bestrebungen, das Eigentum zu relativieren oder gar abzuschaffen, zu Unfrieden und Ungerechtigkeit, die letztlich den materiellen Wohlstand der Gemeinschaft verschlechtern oder gar zerstören.“

4. Nicht einmal die Bundesbank hält sich an das Bundesbankgesetz
(norberthaering.de, Norbert Häring)
Es gibt ein gesetzliches Zahlungsmittel, das theoretisch unbeschränkt gültig ist: Banknoten. Doch selbst der Staat nimmt das nicht besonders ernst. Wer seine Steuerschuld begleichen möchte, muss das Geld überweisen – Bargeld akzeptieren die Finanzämter nicht. Auch wer sich stattdessen an die Bundesbank wendet, steht vor Hürden: Kostenlos wird die Bareinzahlung auch dort nicht abgewickelt.

5. Warum Umverteilung dem Wachstum doch schadet
(blogs.faz.net, Patrick Bernau)
Schadet es einer Volkswirtschaft, wenn die Schere zwischen arm und reich zu weit auseinanderklafft? Mehrere Studien vermittelten in den vergangenen Jahren diesen Eindruck, weshalb für mehr Umverteilung plädiert wurde. Doch möglicherweise hat man dabei – wie so oft – Korrelation mit Kausalität verwechselt: Zwei Ökonomen aus Dänemark legen nahe, dass in Wahrheit etwas ganz anderes hinter dem Zusammenhang steckt.

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