Man könnte viele Beispiele für unsinnige Ausgaben nennen, aber keines ist treffender als die Errichtung einer Friedhofsmauer. Die, die drinnen sind, können sowieso nicht hinaus, und die, die draußen sind, wollen nicht hinein. Mark Twain, 1835-1910, US-amerikanischer Schriftsteller und Philosoph

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5 vor 10: Steuern, EU-Regeln, Wertpapiere, Risikobereitschaft, Lufthansa

Heute in den Linktipps: Wie könnte man multinationale Konzerne fairer besteuern? Platzt in den USA bald die Wertpapier-Blase? Auf welchen Flugstrecken steigen die Preise? Zudem beschäftigen wir uns mit den Folgen von Regelverletzungen in der EU sowie mit der Risikobereitschaft im Alter.

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1. Wie könnte man multinationale Konzerne fairer besteuern?
(voxeu.org, Alan Auerbach, englisch)
Die Steuersätze, die Firmen in den G7-Staaten und Irland zahlen müssen, sinken seit der Jahrtausendwende drastisch. Weil heutzutage Gewinne leicht in jenen Ländern mit den niedrigsten Steuersätzen versteuert werden können, sei ein Steuerwettbewerb entbrannt. Alan Auerbach, Professor für Wirtschaft und Recht an der University of California in Berkeley, stellt ein Konzept vor, wie Firmen künftig fairer besteuert werden könnten. Seine Idee: eine Steuer auf den Cashflow.

2. Die EU-Musterschülerin bricht selbst die Regeln
(Nevermindthemarkets, Tobias Straumann)
Liest man den jährlichen Bericht der EU-Kommission über die Verstöße gegen das EU-Recht, fragt man sich bisweilen, warum die Schweiz bei der Personenfreizügigkeit überhaupt das Gespräch mit Brüssel gesucht hat. Es scheint nämlich gang und gäbe zu sein, EU-Richtlinien zu ignorieren oder mangelhaft umzusetzen. Es gibt dann zwar ein Verfahren gegen das betreffende Land, aber die Öffentlichkeit nimmt kaum Notiz davon. Offenbar gilt die katholische Devise: Ein Land kann die Regeln jederzeit verletzen, es darf sie aber nie infrage stellen. Bei der Schweiz gilt genau das Umgekehrte, und das scheint ein großer Nachteil zu sein, meint Tobias Straumann.

3. Wertpapiere – eigentlich müssten die Blasen platzen
(blog.zeit.de/herdentrieb, Dieter Wermuth)
Seit Anfang 2013 ist der S&P500, der Leitindex der USA, um 69 Prozent gestiegen, schreibt Dieter Wermuth im Herdentrieb, und habe ein konjunkturell bereinigtes Kurs-Gewinn-Verhältnis („CAPE“) von 31,2. Diese Bewertung sei so hoch wie 1929 und Ende der Neunzigerjahre – jeweils kurz vor großen Krisen. Steht hier eine Kurskorrektur an?

4. Die Risikobereitschaft sinkt in alternden Gesellschaften
(res.org.uk, Thomas Dohmen, Armin Falk, Bart Golsteyn, David Huffman und Uwe Sunde, englisch)
Je höher das Durchschnittsalter einer Gesellschaft, desto risikoärmer wird sie, zeigt eine Studie, die sich die Risikobereitschaft in Deutschland und den Niederlanden genauer angesehen hat. Bei der Royal Economic Society wird die Studie vorgestellt. So zeigen die Autoren, dass ein um zehn Jahre höheres Durchschnittsalter zu 2,5 Prozent weniger Investment in Aktien und zu etwa 6 Prozent weniger Selbstständigkeit führt.

5. Wo die Preise steigen könnten
(wiwo.de, Stephan Happel und Rüdiger Kiani-Kreß)
Mit der Insolvenz von Air Berlin droht ein Monopol von Lufthansa und damit steigende Preise. Stephan Happel und Rüdiger Kiani-Kreß haben sich angesehen, auf welchen Strecken die Lufthansa schon heute allein fliegt und welche Folgen die Alleinherrschaft etwa für Strecken wie Berlin–Düsseldorf, Berlin–Frankfurt oder Berlin–München haben könnte.

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  • Autor

    INSM Redaktion

    Hier schreibt die Redaktion der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

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