Wenn keine Notwendigkeit für ein Gesetz besteht, besteht die Notwendigkeit, kein Gesetz zu erlassen. Baron de Montesquieu, 1689 - 1755, französischer Schriftsteller und Staatstheoretiker

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Liberalisierung oder weiter Krise!

Die Bedeutung der aufsteigenden Schwellenländer wird von den Industrienationen der Welt gerne klein geredet. Vor allem in den USA herrscht eine große Skepsis gegenüber den BRIC-Nationen. Doch der Aufstieg Brasiliens, Russlands, Indiens und Chinas, konnte selbst durch die Finanz- und Wirtschaftskrise nicht aufgehalten werden. Untersuchungen attestieren den BRIC-Staaten nicht nur ein unaufhaltsam starkes Wirtschaftswachstum, sondern auch einen stetig wachsenden Anteil am Welt-Bruttoinlandsprodukt. Kurz- und mittelfristig kann zusätzlich mit wachsendem Wohlstand in breiteren Bevölkerungsschichten gerechnet werden.

Europa, allem voran Deutschland,  profitiert vom Aufstieg der BRIC-Staaten. Die BRD exportiert dabei bereits mehr Güter in die BRIC-Staaten als in die USA. Während der Finanzkrise wurde zwar stetig die Bedeutung des Freihandels betont, klammheimlich wurden aber Schutzwälle aufgebaut. Angesichts der wirtschaftlichen Schwächen der EU und der USA – den führenden Akteuren in der internationalen Handelspolitik – wäre es aber umso wichtiger die Märkte weiter zu öffnen und Reformen zur produktionssteigernden Wettbewerbsintensivierung auf den Weg zu bringen. Stattdessen geben die USA die Führungsrolle in der internationalen Handelspolitik auf. Und ein Abschluss der Doha Runde scheint ohnehin in unerreichbare Ferne gerückt. Doch genau darin liegt der Schlüssel aus der Krise. Wir haben die Wahl: Liberalisierung oder weiter Krise!

  • Autor

    Dr. Oliver Knipping

    ist Gründer & stellvertretender Vorsitzender des Instituts für Unternehmerische Freiheit in Berlin sowie Mitglied der Mont Pelerin Society.

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  • “Wir haben die Wahl: Liberalisierung oder weiter Krise!”

    Ganz so einfach ist es dann doch nicht. Liberalisierugen gerade in den Schwellenländern haben nicht immer einen positiven Effekt. Die Anpassungskosten sind teilweise größer als die zu erzielenden Gewinne. Die USA und Europa müssten außerdem anfangen ihre Schutzzölle zu senken. Diese sind für die Entwicklungs- und Schwellenländer vergleichsweise hoch. Eine Garantie, dass die Liberalisierung des Handels aus der Krise führt gibt es dann immer noch nicht. Liberalsierungen im Kapitalverkehr führen häufig zu mehr Instabilitäten. Alles in allem ein sehr vielfälltiges Thema.

  • Tim

    @ chriwi

    Zollsenkungen sind eine Liberalisierung.

  • Surp

    Die Finanzwirtschaft funktioniert nicht nach marktwirtschaftlichen Aspeken, auch wenn dies gerne suggeriert wird.

    Ansonsten denke ich. dass Liberalisierung sehr gut ist, solange man die Verlierer zu Gewinnern macht.

  • @Tim
    Das die Senkung der Zölle eine Art der Handelslieralisierung ist, ist mir klar. Hab mich vielleicht schlecht ausgedrückt.

    Allerdings kann für arme Länder eine Senkung schädlich sein. Ihre Haupteinnahmen bestehen aus Zöllen. Außerdem ist der Handelsgewinn gering, da das Handelsvolumen gering ist. Dies muss berücksichtigt werden. Die USA und Europa sind davon nicht so stark betroffen. Da das Importvolumen klein ist wird der Markt kaum beeinflusst. Somit müssen die Industriestaaten anfangen ihre Zölle zu senken. Mittelfristig, wenn bestimmte Industriezweige entwickelt sind können dann die Entwicklungs- und Schwellenländer nachziehen.