Die Berechnung der Einkommensteuer ist für einen Mathematiker zu schwierig, dazu muss man Philosoph sein. Albert Einstein, 1879-1955, dt. Physiker

3 Steuern und FinanzenUmwelt

Energiewende: Brauchen wir ein Bundesenergie- ministerium?

Die EEG-Umlage steigt weiter: Experten rechnen mit einem Anstieg auf mindestens 6,2 Cent pro kWh.Strom wird immer teurer, der Netzausbau kommt nicht richtig voran und die Versorgungssicherheit ist zunehmend gefährdet. Brauchen wir ein Bundesenergieministerium, das die Energiewende koordiniert?

(mehr …)

Immer wieder wird in der Diskussion über die Energiewende die Forderung nach einem eigenen Energieministerium laut. Die Begründung: Bei der Abstimmung zwischen den einzelnen Ministerien komme es zu Reibungsverlusten. In einer zentralen Koordinationsstelle könnten Expertisen und Kompetenzen gebündelt und Reibungsverluste minimiert werden. In einem heute veröffentlichten Sondergutachten hat auch die Monopolkommission dazu Stellung bezogen.

Richtig ist: Die Energiewende führt zu einem Konflikt zwischen Umwelt- und Klimaschutz einerseits und Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit auf der anderen Seite. Die offene und transparente Diskussion hat allerdings dazu beigetragen, dass die beiden zuständigen Ministerien unterschiedliche Szenarien und Ideen für die Erneuerbaren Energien entwickelt haben und so gewissermaßen im gegenseitigen Ideenwettbewerb stehen. Mit einem Energieministerium würden Konflikte eher innerhalb ausgetragen und die Transparenz für die Bürger ginge verloren. Darüber hinaus lehrt uns sowohl die ökonomische Theorie als auch die praktische Erfahrung, dass Behörden mit branchenspezifischer Zuständigkeit anfälliger für Beeinflussung durch Lobbygruppen sind. Die Interessen der Bürger werden dann zugunsten des betroffenen Sektors vernachlässigt.

Die Schaffung eines Bundesenergieministeriums löst die Probleme nicht. Damit die Energiewende uns nicht noch teurer zu stehen kommt, brauchen wir keine zentrale Planungsbehörde, sondern mehr Wettbewerb und mehr Markt. Preissignale und ökonomische Anreizmechanismen ermöglichen die Koordination dezentraler Pläne und Entscheidungen effizienter als Planwirtschaft und Bürokratie.

  • Autor

    Prof. Dr. Justus Haucap

    Direktor des Duesseldorf Institute for Competition Economics (DICE) und früherer Vorsitzender der Monopolkommission.

    Alle Beiträge

  • Dieter Mazitschek

    Energieministerium ? Nein Danke, wir hatten schon ein Atomministerium ! Als Sprecher von RWE & E.on u. Co.
    reichen Rösler u. Altmaier bzw.deren Nachfolger völlig aus.

  • Dan Chris

    “Zum Vergleich: Im Jahr 2007 lagen die Subventionen für die Fossilen
    bei 342 Milliarden Dollar und für die Erneuerbaren bei 39 Milliarden
    Dollar.”

    http://www.zeit.de/wirtschaft/2013-10/energie-subventionen

  • Manuel Müller

    Wieso überhaupt Subventionen in einem freien Markt? Wenn Atomstromanbieter für die Entsorgung aufkommen müssten, dann wären ab sofort alle Atomstromanbieter Insolvent.
    Wenn man bei der Energiebilanz von Solarzellen, auch die Herrstellung, den Verbrauch an seltenen Erden und die Entsorgungs/Recyclingkosten mit einfließen würden, dazu die limitierte Verfügbarkeit bei Tag, und sämtlichen Aufwand der Langzeitspeicherung um das auszugleichen, dann sieht auch da die Umweltbilanz nicht sehr rosig aus.
    Elektroautos werden mit 0% CO2 Ausstoß gerechnet? Was ist mit der Herstellung von Akkus und ihrer Entsorgung als Sondermüll alle 50.000 km? Woher kommt der Storm zum laden? Alles schön gerechnet und Realitätsfern. Aber mit der Angst vor dem Klimawandel kann man den Menschen ALLES andrehen.
    PS: Das Eis auf dem Mars schmilzt auch… schon mal an natürlich auftretende langfristige Sonnenzyklen gedacht, oder an kosmische Einflüsse, die wir noch nicht verstehen können, weil wir eben doch noch nicht alles wissen? Nichts ist so beständig wie der Wandel, und so unaufhaltsam.