Wachstumspause überwinden
Die Rezession hat ihren Tiefpunkt vorerst durchschritten. Deutschland expandiert – wie andere Länder auch – seit dem zweiten Quartal wieder. Die Debatte über das Geschäftsmodell Deutschland scheint abzuklingen.
Und dennoch werden nach wie vor düstere Gemälde der wirtschaftlichen Entwicklung gezeichnet. Sicherlich ist überschwängliche Freude fehl am Platz, denn Indikatoren wie Auftragseingänge und Produktion liegen nach wie vor weit unter dem Niveau des Vorjahres. Daraus aber eine Absage an das bestehende Wirtschaftssystem abzuleiten wäre fatal.
Vieles spricht dafür, dass es sich um eine tiefe, aber überwindbare Wachstumspause handelt. Der Weg aus der Krise ist lang, doch er wurde nicht zuletzt mit dem Antrieb der Selbstkorrektur begonnen. Vor allem: Aus den staatlichen Eingriffen darf kein Dauerauftrag werden. Auch die Krise der 1930er Jahre hat über den irrigen Umweg intensiver staatlicher Interventionen letztlich zur Reaktivierung des Preismechanismus und einer Rückkehr zum Freihandel geführt.
Die Behauptung, dass angesichts der Rezession eine zweite Bankenkrise drohe ist unangemessen. Die Bereinigung und Verkürzungen der Bankbilanzen sind spürbar fortgeschritten und die Risikovorsorge wurde erheblich aufgestockt. Dass die Kreditbedingungen zu Krisenzeiten strikter werden ist nicht ungewöhnlich. Dringlich ist nun, dass die Politik die Weichen auf Wachstum stellt. Dies erfordert institutionelle Innovationen am Finanzmarkt und ein klares Bekenntnis zu offenen Märkten und dezentraler Steuerung – dann wird es gelingen, die Wachstumspause zu beenden.


Einige Fragen Herr Hüther,
wieso glauben sie, dass die Talsohle erreicht ist? Die Arbeitgeber haben sich darauf verständigt große Einschnitte bei den Arbeitsplätzen nach der Wahl durchzuführen (Kaufkrafteinbuße).
Die HRE braucht wieder mehr Geld und ist genau noch 0 Euro Wert. Die Kreditkartenbranche in den USA hat sich auch noch nicht offenbart. Da rollt noch einiges auf uns zu. Bei einem Wachstum von 0.3% nach einem Absturz von über 6% kann es einfach nur eine kurze Pause sein. Ich bin da bei weitem nicht so optimistisch wie sie.
“Vieles spricht dafür, dass es sich um eine tiefe, aber überwindbare Wachstumspause handelt.”
Eine Aussage wie es wird irgendwann die Sonne scheinen. Natürlich geht es irgendwann, irgendwie weiter. Die Frage ist nur was kostet es die Menschen.
Eine dezentrale Steuerung der Märkte?! Ich denke Märkte regulieren sich selbst?
Von der aktuellen Krise abgesehen haben wir ein rückläufigen Wachstumstrend beim Wirtschaftswachstum bereit seit den 70er Jahren. Die Wirtschaft wächst zwar noch aber die Wachstumsraten werden immer niedriger. Bereits MC Kinsey hat gewarnt, daß dadurch die Mittelschicht stirbt. Keynes sah den sanften Tod des Rentiers. Soll nun besser die Mittelschicht sterben? Dadurch erreicht man auch den sanften Tod des Rentiers, nur zeitverzögert. Das mit dem neuen Wirtschaftssystem einführen klingt als wolle jemand eine Zentralverwaltungswirtschaft einführen. Dem ist aber nicht so.
Die INSM setzt sich doch immer für die NEUE soziale Marktwirtschaft und einen Systemwechsel ein? Die Diskussion wird darüber gehen wie eine Marktwirtschaft aussehen muß, die nachhaltig sozial gerecht und ökonomisch ist. Diese muß auch niedrigere Wachstumsraten vertragen. Primär entscheidend ist es, daß wie Ludwig Erhard bereits sagte es eine Massenkaufkraft in der Breite gibt und die gesellschaftliche Spaltung
überwunden wird. In der Ausführung erkannte Erhard auch später, daß seine Ziele nicht erreicht wurden.
Die Wortschöpfung “Wachstumspause” halte ich anbetracht der Dimension der Krise, die keine konjunkturelle Krise ist, für “befremdlich”!