Steuerwettbewerb und Freiheit
Mit viel Kreativität erfinden Bund und vor allem Länder immer neue Steuern, um die Haushaltslücken zu schließen und mit den zusätzlichen Einnahmen Schulden abzubauen. Steuerwettbewerb ist unerwünscht und führe zu einem ruinösen Steuerwettbewerb, so die Argumentation.
Mit seinem Beitrag „Steuerwettbewerb und Freiheit“ zeigt der Autor Sandro Nücken, weshalb Steuerwettbewerb nicht den Wohlfahrtsstaat ruiniert, sondern die öffentlichen Haushalte diszipliniert und sogar eine freiheitliche Funktion hat. Für den Beitrag, der am 29.07.2010 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschienen ist, wurde Sandro Nücken nun zum „Autor der Freiheit 2010“ von der Friedrich-Naumann-Stiftung gekürt.

Herr Oswald Metzger schreibt hier am 13. Februar 2011
“Und der horizontale Länderfinanzausgleich, der jedes Jahr rund 7 Milliarden Euro zwischen armen und reichen Ländern umverteilt, gehört abgeschafft. Bayern, Baden-Württemberg und Hessen (und ein bisschen noch Hamburg) alimentieren die anderen Bundesländer. Nach Finanzausgleich sind starke Bundesländer plötzlich nur noch im hinteren Drittel platziert. Das ist leistungsfeindlich. Und schwache Länder haben keinen Anreiz, ihre Wirtschaftskraft zu stärken, weil der Mehrertrag im nächsten Jahr sofort beim Finanzausgleich abgezogen wird. Ein Irrsinn!”
In der Schweiz gibt es nicht nur einen Finanzausgleich zwischen den Kantonen , sondern auch innerhalb von Kantonen zwischen den Gemeinden.
Was ist jetzt in der Schweiz besser als in Deutschland?
INSM , bitte übernehmen sie.
Wie soll der Wettbewerb aussehen. Wie in der EU? Irland senkt die Steuern und wird als Musterland gefeiert und bekommt im Gegenzug Milliarden aus Brüssel geschenkt?
Die andere Möglichkeit wäre, dass es keinen Ausgleich gibt. Dann wird der Osten endgültig kollabieren. Dort leben weniger Menschen, mit niedrigerem Einkommen und die wirtschaftliche Entwicklung sieht nicht gerade rosig aus. Die Verschuldung ist jetzt schon hoch. Dennoch müssten dort die Steuern gesenkt werden, um im Konkurrenzkampf mit den südlichen Ländern mithalten zu können. Das können diese Länder nur verlieren. Der Steuerwettbewerb wird absolut überbewertet. Die negativen Nebeneffekte oft ausgeblendet. So sind in Zürich die Lebenskosten aufgrund der Zuwanderung reicher Steuersparer stark gestiegen. Das heißt, dass der Normalbürger von den niedrigen Steuern gar nichts hat, da er mehr für die Lebenshaltung zahlen muss. Aus diesem Grund gibt es in der Schweiz auch schon Gegenbewegungen. Das die Wirtschaft und Innovation durch diesen Wettbewerb angekurbelt wird ist auch eine Illusion. Was ist innovativ daran seinen Standort zu wechseln? Was bringt es der Wirtschaft, wenn eine Fabrik von A nach B zieht? Die Unternehmensgewinne sind schon sehr hoch in Deutschland. Offensichtlich liegt hier nicht das Problem. Was schwach ist, ist der Binnenmarkt und den fördert man nur sehr bedingt durch Steuersenkungen. Denn durch die Schuldenbremse müssen automatisch die Ausgaben sinken. Auf dem Binnenmarkt ein Nullsummenspiel.
Ich kann die Grundhaltung hinter dem Wettbewerb durch Steuern immernoch nicht nachvollziehen. Wie bitte soll ein “sinnvoller” Wettbewerb über Steuern funktionieren?
Grundsätzlich bin ich aber auch für die Abschaffung aller Steuern und aller Sozialabgaben (die sind ja nichts anderes als ne Flattax von ca 45% für sozialversicherungpflichtig Beschäftigte).
Diese müssen dann durch eine Finanztrasaktionssteuern (nach Feige) und eine Konsumsteuersowie die Nutzung der Infrastruktur (die allen Bürgern zu gleichen Teilen gehört) ersetzt werden. Auf der anderen Seite gibs dann ein BGE für alle in gleicher Höhe (auch für Rentern udn Pensionäre, da muss man schauen, wie man das hinbekommt).
Das würde eine unfassbare Menge an Arbeitsplätzen mit negativer Produktivität einsparen und viele vermeintliche HPs könnten einen Beitrag zu Erhöhung unseres Wohlstandes beitragen.
Balkenwettbewerb der gefühlten Steuersätze…
"Mit viel Kreativität erfinden Bund und vor allem Länder immer neue Steuern, um die Haushaltslücken zu schließen und mit den zusätzlichen Einnahmen Schulden abzubauen." So konnte man heute im "ÖkonomenBlog…
1. Wozu benötigen wir den Wettbewerb zwischen den ländern – wem soll das langfristig und nachhaltig einen Vorteil verschaffen? Ich denke auch im Sinne des Autors haben wir eine Pareto Effiziente Situation. Also bringt es faktisch nichts.
2. Nur weil die Region A einen anderen Steuersatz definiert, wird nicht gleich eine Völkerwanderung stattfinden. Dies ist doch für all diejenigen interessant, die sowieso an einen Umzu dachten. Und ich ziehe doch nicht privat oder mit einem Unternehmen einfach mal so um! Hierbei sind doch ganz andere Faktoren massgeblich.
Nach dem Artikel müsste ich sofort in ein anderes Bundesland ziehen, da dort die Grundsteuer nierdriger ist. Ok, und dann?
Oder am Besten sofort in die Schweiz…und was genau soll ich dort?
In der ökonomischen Theorie ist die Kausalkette durchaus begründet, in der Praxis sehe ich diesen Steuerwettbewerb eher als nachlässig an und würde sogar sagen, dieser ist völlig überflüssig.
Die Schweiz ist geografisch betrachtet wesentlich kleiner und die Wege kürzer, da ist es eine andere Situation. Aber keine zieht von München nach Hamburg aufgrund der Steuer.
Weiters gehe ich einher, dass Regionen, das Alaska Beispiel, sicherlich die höchst mögliche Einnahmequelle suchen. das ist doch mal Freihet ;-)
Dass die Grundsteuer (und erwerbssteuer) in manchen regionen niedriegr sein sollte als Anreiz ist klar. Nur für mich kein Grund zum Umzug. Ausserdem bieten Gemeinden schon jetzt Zuschüsse wie zB zu Kitas oder Pauschal zB 5000 Euro pro Kind beim Erwerb eines Grundstücks. Auch das ist als Steuererlass resp. Subvention zu sehen. Aber das ist nichts Neues – und den Erfolg stelle ich infrage.
leider wurde der Artikel nicht mit Zahlen hinterlegt, insofern kann ich diese Thesen nur bedingt nachvollziehen. Schade, weil sehr interessant.
Würde es sich bei Steuern um Gebühren für die vom Staat erbrachten Leistung handeln, bei denen jeder soviel Steuern bezahlt wie er auch Leistungen vom Staat bezieht, wäre wenigstens die Ökonomische Theorie dahinter erfüllt. Das ist aber nicht der Fall, und der Nutzen des Staates für jeden Einzelnen ist auch gar nicht abschätzbar.
Steuern sind aber auch Umverteilungsmittel (ist auch unvermeidbar z.B. Bildung, Gerichtskosten, usw). Daraus folgt, dass man als Besserverdiener in eine Gegend mit niedrigen Steuersätzen zieht, nicht weil es dort weniger öffentliche Dienstleistungen gibt, sondern weil es dort weniger Umverteilung gibt. Somit würde sich bei perfekter Mobilität eine Abschaffung der Umverteilung ergeben.
In der Praxis werden aber nur die Umziehen für die die Steuerersparnis wichtiger ist als Ihr Lebensumfeld. Das werden wohl die Superreichen sein und die Mittelschicht darf die Umverteilung dann alleine Tragen.