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01.08.2012 Umwelt, Wachstum

Klimaschutz muss nicht teuer sein

Die Preise für CO2 Verschmutzungsrechte sind im Keller. Investitionen in Klimaschutz lohnen sich deshalb nicht mehr, so wird vorschnell geschlussfolgert. Doch Tatsache ist, Klimaschutz muss nicht teuer sein. Der Autor erklärt warum.

Der Emissionshandel könnte ein Vorzeige-Produkt der EU-Kommission sein. Ein gelungenes Beispiel, wie man den Markt effektiv einspannt, um (klima-)politische Ziele zu erreichen. 2005 trat der europäische Emissionshandel ETS als Instrument in Kraft, um die Ziele des Kyoto-Protokolls zu erreichen. Die Absicht war also, die klimaschädlichen Emissionen zu deckeln.

Der ETS funktioniert sehr simpel. Die klimaschädlichen Emissionen werden durch einen festgelegten Wert nach oben hin begrenzt. CO2 Emittenten erhalten eine bestimmte Menge an Zertifikaten zugeteilt. Die können sie selbst verbrauchen oder über die Börse an andere Emittenten verkaufen. Ein CO2 Emittent wird immer dann Zertifikate verkaufen, wenn die CO2 Vermeidung günstiger ist als deren Ausstoß. Andersrum kann es für manche günstiger sein, sich über die Börse weitere Zertifikate nachzukaufen als Investitionen in die CO2 Vermeidung zu tätigen. So bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis.

Nun sind die Preise für Zertifikate an der Strombörse stark gesunken. Rund 7 Euro kostet derzeit das Recht eine Tonne CO2 zu emittieren. Für den Preisverfall gibt es Gründe: Zum einen lässt die Konjunktur in Europa nach, zum anderen verringert sich durch den Ausbau von erneuerbaren Energien die Nachfrage nach Verschmutzungsrechten. Doch der niedrige Preis ändert nichts an den Klimaschutzwirkungen. Deshalb wird kein einziges Gramm CO2 weniger oder mehr eingespart.

Dennoch missfallen die niedrigen Preise der EU-Kommissarin für Klimaschutz, Connie Hedegaard. Die Unternehmen hätten keinen Anreiz mehr, in klimaschonende Technologien zu investieren. Die EU-Kommissarin will deshalb die Preise hochtreiben, indem sie die Zertifikate verknappt. Doch inwieweit Unternehmen in Klimaschutzmaßnahmen investieren, hängt vor allem von den langfristigen Aussichten des Emissionshandels ab. Damit aber wirklich investiert wird, müssen die Rahmenbedingungen vor allem verlässlich bleiben.

Ohnehin scheint die Motivation der Kommissarin mehr eine fiskalische, denn eine klimapolitische zu sein. Alleine im deutschen Bundeshaushalt sind 2012 Einnahmen aus dem Verkauf von Zertifikaten rund 780 Millionen Euro eingeplant. Aber hier ist ein grundsätzliches Problem beim EU-Vorzeigeprodukt: Staaten haben ein hohes Interesse an hohen Zertifikate-Preisen. Das geht zulasten der Industrie und Verbraucher, bringt dem Klima aber letztlich nichts.


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  • Tim

    Das Diagramm ist stark irreführend. Die letzten beiden Jahrzehnte waren geprägt von einer sehr deutlichen Verringerung der Fertigungstiefe. Es gab erhebliche Produktionslagerungen, vor allem ins osteuropäische Ausland.

    Es gab sicher auch echte Produktionsoptimierungen, aber ich schätze, daß mindestens 2/3 der angeblichen einsparten Treibhausgas-Emissionen nun in Osteuropa in die Luft geblasen werden.

  • Martin

    Das Diagramm ist zudem stark überhöht: Die Balkenlänge schrumpft um über 60%, während die zahlenmäßige Verminderung nur rund 26% beträgt.

    Der ganze Beitrag ist wahrscheinlich widerliche Klientelpolitik.

  • ÖkonomenBlog Redaktion

    @ Martin: Tatsächlich ist das Diagramm optisch ein wenig verzerrt. Das ist der besseren Abbildung des Trends geschuldet. Um Missverständnisse zu vermeiden, haben wir deshalb die Daten direkt über die Säulen geschrieben.

    Viele Grüße
    Marc Feist

  • Hartmut

    von Beginn an ist die CO2 Thematik als gigantischer Schwindel angelegt, mit dem Ziel neue Steuern zu kreieren. Also unnuetze Arbeiten zu schaffen, die nur den Zweck haben die unproduktiven Kosten zu erhoehen.
    Ich habe mir in den vergangenen 2 Monaten den “Spass” erlaubt etwa 250 Personen zu befragen wieviel Liter CO2 in einem m3 Luft vorhanden ist. Nicht eine annaehernde richtige Antwort!
    Zum anderen sollte bekannt sein, dass CO2 ein essentieller Rohstoff ist. Wer an diesen Mengenverhaeltnissen rumbasteln will, vergreift sich am Leben!!
    In diesem Blog ist die Autorenliste gespickt mit universitaeren Erfolgsbezeichnungen!
    Doch wo bleibt die praktische Realisierung von Maschinen fuer die Energie Produktion aus der Raumzeit !?? Aus nicht deutscher Produktion sind in Europa bereits Anlagen jenseits von 100 MW kaeuflich zu erwerben. Und Deutschland´s “geistige Elite” ist politisch mit Valium 666 gut praepariert, mit dem Ergebnis Rojalty fuer den technologie Trasfer zahlen zu duerfen.

    Armes Deutschland……, es war einmal das Land der Dichter und Denker!

  • J falkenhagen

    Würde man den Trend ab 1992 (ohne Wiedervereinigungs-Effekte) linear fortsetzen, wäre erst in ca. 70 jahren die Nullinie erreicht. Also viel zu spät.
    Zudem wird jede weitere Minderung immer schwerer, in diesem Sinne ist die Minderung bislang viel zu dürftig.

  • J falkenhagen

    Der Aussage “Klimaschutz muss nicht teuer sein” stimme ich zwar im Grundsatz zu, sie wird vom Autor aber auf keinerlei Weise substantiiert.

    “Die EU-Kommissarin will deshalb die Preise hochtreiben, indem sie die Zertifikate verknappt.” … und vor allem, weil das eine kostengünstige Maßnahme ist, mehr Klimaschutz zu erreichen.

Der Autor:

Dr. Hubertus Bardt

ist stellv. Leiter des Wissenschaftsbereiches II und Leiter der Forschungsstelle Umwelt- und Energieökonomik am Institut der deutschen Wirtschaft Köln.

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