Geld allein macht nicht glücklich. Es gehören auch noch Aktien, Beteiligungen, Gold und Grundstücke dazu. Danny Kaye, 1913-1987, amerikanischer Filmschauspieler

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Mit mehr Mobilität zur Vollbeschäftigung

Die Wirtschaft boomt, die Arbeitslosenzahlen sinken. Es scheint es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis ganz Deutschland nach Jahrzehnten der Massenarbeitslosigkeit wieder Vollbeschäftigung erreichen wird. Aber ganz so einfach wird es dann doch nicht gehen. Denn die Entwicklung der Arbeitslosenquoten in den einzelnen Bundesländern unterscheidet sich eklatant. Bayern mit 3,6 Prozent und Baden-Württemberg mit 4 Prozent haben das Ziel Vollbeschäftigung bereits faktisch erreicht. Rheinland-Pfalz steht mit einer Quote von 5,2 Prozent kurz davor. Hier ist von Massenarbeitslosigkeit keine Spur. Es herrscht Fachkräftemangel.

Andererseits liegen die Arbeitslosenquoten in den neuen Bundesländern mit Ausnahme von Thüringen sowie den alten „Sorgenkindern“ Bremen und Berlin nach wie vor bei über 10 Prozent. Natürlich wäre es ideal, wenn auch hier vor Ort genügend Arbeitsplätze für alle geschaffen werden könnten. Es ist jedoch stark zu bezweifeln, dass dies in absehbarer Zeit der Fall sein wird. Dies bedeutet aber nichts anderes, als dass die Bereitschaft zur Mobilität in Regionen mit Fachkräftemangel ein entscheidender Faktor auf dem Weg zur Vollbeschäftigung sein wird.

  • Autor

    Dr. Oliver Knipping

    ist Gründer & stellvertretender Vorsitzender des Instituts für Unternehmerische Freiheit in Berlin sowie Mitglied der Mont Pelerin Society.

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  • Markus

    Ich kanns mit der Vollbeschäftigung nicht mehr hören. Dieser Quatsch existiert doch nur auf dem papier. Denn auch eine solche Quoto sagt rein gar nichts über die Qualität der Beschäftigung aus.

    1. Wie hoch ist der Durchschnittslohn in den Ländern
    2. Wieviele Voll-/ Teilzeitstellen sind dabei
    3. Auf wieviele unternehmen verteilen sich die Arbeitsplätze
    4. Wie hoch ist das Durchschnittsalter in diesen Ländern
    usw.

    das Ziel kann niemals die “Vollbeschäftigung” sein, sondern es muss die nachhaltige Förderung von Arbeitsplätzen sein. Zu deutsch: lieber weniger aber dafür bessere Arbeitsplätze!

  • Herr Knipping ab wann herrscht denn Vollbeschäftigung? In meinen Augen herrscht sie genau dann, wenn faktisch keine Menschen mehr nach Arbeit suchen. In den Arbeitslosenzahlen, welche sie zititeren ist nicht enthalten wie viele nach besserer oder mehr Arbeit suchen. Die Reduktion der Arbeitslosenzahlen wurde primär mit der Schaffung von Teilzeitstellen erreicht. Wie kann man von Vollbeschäftigung reden, wenn ein Großteil der Menschen nur Halbtags arbeitet?

  • Kammerjäger

    Man kann die Argumentation auch bequem umdrehen: Mangelnde Flexibilität seitens der Arbeitsanbietenden auch in Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit zu investieren, führt zu diesem Missmatchproblem.

    Ich ergänze daher ein Wort in Ihrem fuiosen Finale:

    Es ist jedoch stark zu bezweifeln, dass dies in absehbarer Zeit der Fall sein wird. Dies bedeutet aber nichts anderes, als dass die Bereitschaft zur Mobilität in [b]die[/b] Regionen mit Fachkräftemangel ein entscheidender Faktor auf dem Weg zur Vollbeschäftigung sein wird.

    Achso, und der übliche Unfug: “Es herrscht Fachkräftemangel.”

    In der Mikroökonmievorlesung nicht aufgepasst? Es gibt keinen Mangel. Es gibt einen ineffzienten Arbeitsmarkt, auf dem die Lohnobergrenzen unflexibel sind. Sonst würde es zu höhren Preisen einfach zur Markträumung kommen.

  • Herr Dr. Knipping kommen Sie nach Berlin und fragen in den Unternehmen mal nach der Quote wieviele Brandenburger hier arbeiten, fahren Sie nach Jena und fragen Sie wieviele junge Menschen in die Schweiz, Österreich arbeiten fahren, fragen Sie in Bayern einmal nach wieviele Arbeitskräfte aus Norddeutschland dort arbeiten…..Wollen Sie noch mehr Fakten? Dann empfielt sich ne anständige Recherche. Und dann sprechen Sie noch von Mobilität? Ein wirklich toller Artikel. Und das was ich beschrieben habe gilt ZUSÄTZLICH zu den Argumenten der Kommentare vor diesem hier. Meine Herren – wenn ich daran denke, dass für Posten mit Entscheidungsbefugnis ein Dr. Titel Vorraussetzung war – ich das hier lese dann wundert mich bald nichts mehr. Ich mach bald ne Partei auf Dr. Titel weg und alle in die Praxis….danach (5-10 Jahre) dürfen sich die Leute dann mal an ihre Dissertation setzen und DANN ERST vielleicht ENTSCHEIDEN.

  • travis

    “Es gibt einen ineffzienten Arbeitsmarkt, auf dem die Lohnobergrenzen unflexibel sind”

    Ich habe noch nie gehört, dass es eine Lohnobergrenze gäbe. Wer hat die festgelegt und wie hoch ist sie ?

  • Markus

    @ Kammerjäger
    vielleicht will er auch nur ausdrücken, dass man gefälligst jeden Job, egal wo, annehmen muss. Und sein Gehalt dann monatlich in der Tankstelle zu verzapfen.

    das hat weniger etwas mit “Bereitschaft” zu tun, sondern vielmehr mit Optionen. Fragen Sie mal einen Familienvater, ober er bereit ist, täglich 13 Stunden unterwegs zu sein. Es gibt neben dem Beruf auch private Pflichten, aber in unserer ökonomischen Elite ist die nicht rational bzw berechenbar, deshalb lesen wir hier schon mehrfach solch einen Quatsch. Ich gehe sogar noch weiter und bezeichne diese Aussage des Autors als Beleidigung für viele Menschen – sollte er seine unwissenschaftliche Deutung auch fordern.

    naja, schon traurig eigentlich.

    Was im Übrigen auch noch fehlt: ab wann spricht die Therorie von einer Fachkraft und ab wann der realistische Personalchef? Ich bin sicher, dass der Ökonom dies anders definiert als der relevante Arbeitgeber!

  • Tom

    Ich werde mit diesem Kommentar meine Postings auf diesem Blog endgültig beenden, da ich feststellen müsste, dass es sich bei diesem Blog lediglich um ein Meinungsdiktat denn um eine Diskussionsplattform handelt.

    Da die Urheber der Artikel sich nicht zu Gegenläufigen Meinungen äußern wollen oder können, hat diese Plattform nur einen Konsumentencharakter und sollte sich auch nicht mehr Blog – da dieser aus einer Interaktion von Autoren und Lesern besteht.

    Mein Rat an alle Leser die sich ernstgenommen (zumindest fühlen) wollen – einfach umschalten!

  • Herr Knipping nehmen sie die Kritik von Tom ernst und lesen sie ein Interview mit Herr Bosbach. Die Zahlen die sie präsentieren sind alles andere als Fakten.

    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1470832/

  • Was ist nur aus der NAIRU geworden? Hat man die aus der deutschen Ökonomie entfernt? Und wenn ja, wie verhält es sich dann mit der Mobilität, denn Friktionen auf dem Arbeitsmarkt sind ja durch Vollbeschäftigung ausgeschlossen … oder ist Vollbeschäftigung einfach nur ein unbedacht benutztes Wort?

  • Markus

    Mal eine ganz andere Frage: Müssen denn zwingend alle Länder die Vollbeschäftigung erreichen? Denn dies würde auch die entsprechende Anzahl der Arbeitgeber voraussetzen – und hier sind seit Jahrzehnten die südlichen Länder eben im Vorteil.

    Herr Knipping fordert daher im Umkehrschluss nichts anderes, als dass eine Familie Haus und Hof verlassen muss und der Arbeit hinterrennt. Die Folge ist die schon mehrfach angemahnte Zentralisierung resp. Landflucht. Und am ende haben wir einige wenige Wirtschaftszonen mit viel zu vielen Menschen die der Staat dann auch hübsch kontrollieren und lenken kann.

    Herr Knipping, wie schon gesagt, Qualität vor Quantität. Weniger ist eben manchmal auch mehr!

    Über Ihren Kommentar würden sich hier einige freuen.