INSM – ÖkonomenBlog, Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) Welche Reformen braucht unser Land? Wie erreichen wir mehr Wachstum und Beschäftigung? Experten geben Antworten – diskutieren Sie mit!

 
18.04.2012 Europa

Licht am Ende des Tunnels

Spanien ist trotz aller Sparanstrengungen und geldpolitischen Maßnahmen wieder in den Sog der Euro-Krise geschlittert. Dabei zeigen die Konsolidierungsbemühungen erste Erfolge. Die Handelsbilanzen sehen wieder besser aus. Auch die anderen Krisenstaaten konnten die Handelsbilanzdefizite verringern. Dennoch: Die verbleibenden Herausforderungen sind gewaltig.

Zwischen allen negativ Schlagzeilen auch mal eine positive: Trotz aller Schwierigkeiten sind die ökonomischen Perspektiven für Griechenland, Italien, Portugal und Spanien günstiger als oft dargestellt. So sind die Exporte im Jahr 2011 kräftig gewachsen und haben damit maßgeblich zur Verbesserung der Außenhandelsbilanz beigetragen. Im Jahr 2011 sind die Waren- und Dienstleistungsausfuhren in Portugal, Griechenland und Spanien um ungefähr 7-9 Prozent gestiegen – in etwa so stark wie in Deutschland.

Die Reformen in der Wirtschaftspolitik und bei den Unternehmen zeigen also Wirkung. Gegenüber dem Jahr 2008, als die Importüberschüsse in fast allen der heutigen Krisenstaaten einen Höchststand erreichten, hat sich die Situation bis 2011 zum Teil deutlich verbessert. Ob tatsächlich weitere drastische Lohnsenkungen von bis zu 30 Prozent nötig sind – wie manche Ökonomen fordern – ist zweifelhaft.

Zur Verbesserung der Handelsbilanzen hat auch die Entwicklung der Einfuhren beigetragen. Diese sind 2011 in Italien und Spanien deutlich langsamer gestiegen als zuvor, in Portugal sanken sie um 5 Prozent und in Griechenland sogar um 14 Prozent.

Dennoch! Wie auch die zuletzt wieder gestiegenen Zinsen auf spanische Staatsanleihen signalisieren,  stehen die Krisenländer vor der gewaltigen Herausforderung, ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit weiter zu verbessern. Zweifellos sind dazu noch zusätzliche Reformen und Anpassungen notwendig, die die Bürger in den Krisenstaaten erheblich belasten werden. Doch auch hier besteht kein Grund schwarzzusehen. Denn zumindest in Italien, Portugal und Spanien steht die Mehrheit der Bevölkerung derzeit hinter dem Reformkurs ihrer jeweiligen Regierung. Am Ende kann in der Krise und den endlich angestoßenen Reformen auch eine Chance liegen!


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  • http://endlessgoodnews.blogspot.com/ chriwi

    “Wie auch die zuletzt wieder gestiegenen Zinsen auf spanische Staatsanleihen signalisieren, stehen die Krisenländer vor der gewaltigen Herausforderung, ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit weiter zu verbessern. ”

    Woher wissen sie, dass genau das die Signale der hohen Zinsen sind? Vielleicht sind sie ein Resultat der Tatsache, dass in diesen Ländern ein großer Teil der Wirtschaft kaputtgespart wird?

    “Zweifellos sind dazu noch zusätzliche Reformen und Anpassungen notwendig, die die Bürger in den Krisenstaaten erheblich belasten werden. Doch auch hier besteht kein Grund schwarzzusehen. Denn zumindest in Italien, Portugal und Spanien steht die Mehrheit der Bevölkerung derzeit hinter dem Reformkurs ihrer jeweiligen Regierung. Am Ende kann in der Krise und den endlich angestoßenen Reformen auch eine Chance liegen!”
    Woher wissen sie, dass die Sparreformen, der Abbau der Sozialleistungen und der Demokratie in diesen Ländern eine Chance darstellen und vor allem für wen?

  • Surp

    Es ist einfach erschreckend, wie ganz Europa von Schmarotzern und Neofeudalen an den Abgrund geführt wird.

    Für mich ist es langsam genug, man brauch glaube nicht mehr diskutieren, sondern man sollte handeln und die Schuldigen sind sehr leicht zu erkennen, daher sollten sie auch zahlen.

    Das möchte aber unsere Pseudodemokratie nicht, in der man alle 4 Jahre wählen darf und dann doch belogen wird.

  • https://twitter.com/#!/AdamKadmonRalf Ralf Guenther

    Europa laeuft die Zeit davon!
    Schnelles Handeln ist gefordert!
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    Europa hat nun nicht mehr viel Zeit um “bankrotte” EU-Mitgliedstaaten waehrungsmaessig auszugrenzen und sich auf die “Eckpfeiler”-Staaten, wie Italien und Spanien zu konzentrieren.
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    Je schneller diese waehrungsmaessige Ausgrenzung mit den Konsequenzen nicht mehr aus Bruessel EURO schoepfen zu koennen und allein mit dem national erwirtschafteten Bruttosozialprodukt auskommen zu muessen, um so schneller wird der EURO nachhaltig “gesunden”!
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    Da dies nicht ohne Zustimmung Griechenlands erfolgen kann, muss Bruessel mit einer “Einmalabfindung” sich aus dem Engagement Griechenland losloesen mit der Bedingung, dass man dort zur alten Waehrung zurueckkehrt und auf neuen Subventionszahlungen jeglicher Art verzichtet.
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    China wird erst dann in den EURO investieren, wenn ein “Mechanismus” gefunden und praktiziert wird sich von diesen Staaten abzugrenzen. Siehe dazu meinen Blog http://china-wird-in-den-euro-investieren.blogspot.com/
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    Italien und Spanien benoetigen dringend Stuetzungshilfen auf verschiedenen Gebieten um nicht abzustuerzten!
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    Ich moechte meine Ratschlaege in Erinnerung rufen:
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    EURO-Problem und Loesung:
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    Europa steckt tief in der Krise.
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    Man muss weder ein Hochschul-Studium absolviert noch hoehere Mathematik studiert haben um das erkennen zu koennen. Allein das Einmaleins nach Adam Riese und ein gesunder Menschenverstand genuegt.
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    Dies ist nun allen klar geworden.
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    Das Anwachsen der Schulden zu begrenzen geht in die richtige Richtung, ist aber nicht der richtige Weg.
    Die praktizierte Strategie basiert auf einem stetigen Wachstum und ist aus diesem Grund ein gefaehrlicher Weg.
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    Das diese Politik zu einer Belastung der kommenden Generationen fuehrt ist ein anderes Thema auf das ich hier nicht naeher eingehen will.
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    Ziel muss der Abbau von Schulden sein.
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    Die einzelnen Euro-Laender haben sich hoch verschuldet und sind nicht in der Lage die Kredite mittel- noch langfristig zurueckzuzahlen.
    Dass die Rating-Agenturen nun mit der Herabstufung der Bonitaet drohen und teilweise schon wahrgemacht haben, ist eine logische Schlussfolgerung fuer die Beurteilung einer Misswirtschaft.
    Wer ueber seine Verhaeltnisse lebt, wird sobald seine Glaeubiger nicht mehr mitmachen, sparen und seine Ausgaben auf die Einnahmen begrenzen muessen.
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    Die Aufnahme von wirtschaftsschwachen Laendern in die Union war willkommen da mit dem Aufbau der Infrastrukturen in diesen Laendern viel Geld zu verdienen war. Dass alles nur mit Krediten zu finanzieren war, ist allen klar gewesen.
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    Am meisten haben die exportstarken Laender davon profitiert. Federfuehrend haben die Regierungen und die Banken dieses “Pokerspiel” unterstuetzt und gefoerdert obwohl sie wussten, dass diese Schulden nicht fristgerecht zurueckgezahlt werden koennen und nur durch laufend neue Schulden getilgt werden koennen.
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    Dass nun einzelne Laender, auch noch mit manipulierten Wirtschaftszahlen , vorzeitig in die Union aufgenommen wurden, stellt eine Disqualifizierung der Behoerden in Bruessel dar.
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    Laender wie Griechenland werden das Fortbestehen der Waehrungsunion verunmoeglichen und zwar aus folgenden Gruenden:

    -Das reale Wirtschaftswachstum ist zu gering
    -Wirkungsvolle Sparmassnahmen sind nicht realisierbar und fuehren zudem in eine Rezession
    -Die Zinslast der aufgenommenen und immer teurer werdenden Kredite kann nicht erbracht werden
    -Der Verkauf von Staatseigentum wuerde nur zu einem geringen Teil die Schulden reduzieren und ist aus diesem Grund der falsche Weg. Andererseits fehlen aus diesen ertragreichen Unternehmen dann die Einnahmen, welche fuer den Staatshaushalt benoetigt werden. Unberuecksichtigt sind hier die sozialen Folgen der Umstellung von Staatsbetrieben in die freie Marktwirtschaft. Dies fuehrt zu mehr Arbeitslosen und speziell bei schwer vermittelbaren Personen. Dies belastet zusaetzlich den oeffentlichen Haushalt. Bei Beruecksichtigung der gesamten Auswirkungen wuerde sich feststellen lassen, dass die wegfallende Zinslast aus den zurueck gezahlten Krediten geringer ausfallen wuerde als die bisher erzielten Ertraege aus diesen Unternehmungen und die Dienstleistungen und Produkte verteuern und somit die Wirtschaft hoeher belasten und die Teuerung ansteigen wuerde.
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    Ein teilweiser Forderungsverzicht um das Gleichgewicht herzustellen, wird ebenfalls keine Loesung sein da die Staatsausgaben so stark angewachsen sind, dass sie durch das reale Steuer- und Abgabenaufkommen nicht gedeckt werden koennen.
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    Fazit: Ein Fass ohne Boden!
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    Ein Forderungsverzicht wuerde andererseits die Banken und die Kredit gebenden Laender in die groessten Schwierigkeiten bringen.
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    Die Herausgabe von Eurobonds wuerde das Problem ebenfalls nicht loesen koennen. Sie wuerde lediglich die Staatsschulden der einzelnen Laender auf Kosten der noch vorhandenen Bonitaet der wirtschaftsstarken Laender nivelieren. Als Folge sind hoehere Zinsen fuer alle Staatsschulden die Konsequenz.
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    Eine angestrebte Fiskalunion, welche zudem innenpolitische Auswirkungen haette und die Souveraeitaet der einzelnen Staaten verletzten wuerde, ist ebenfalls keine nachhaltige Loesung da sie nur in begrenzter Weise Mehreinnahmen schaffen wuerde. Sie wuerde aber in einzelnen Laendern, speziell im Mittelmeerraum helfen den Staatshaushalt besser zu verwalten.
    Das langfristige Finanzieren dieser wirtschaftsschwachen Laender und Investitionen um das Wirtschaftswachstum nachhaltig zu erhoehen benoetigt viel Zeit, Forderungsverzichte und neue Kredite, welche die uebrige Union belasten und einzelne Laender, wie schon erwaehnt, in groesste Schwierigkeiten bringen wuerde.
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    Das grosse Problem in Griechenland findet sich in aehnlicher Weise auch in anderen Laendern der Union und ist expliziet.
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    Was ist also zu tun um den Fortbestand der Waehrungsunion, sprich EURO sicherzustellen?
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    Einzelne Laender, wie Griechenland muessen teilweise aus der Waehrungsunion ausscheiden. Sie muessen zur eigenen Waehrung zurueck finden und koennen nach der Sanierung ihres Haushaltes sich wieder um eine Vollmitgliedschaft bewerben.
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    Bei sich neu bewerbenden Staaten ist genauestens zu pruefen, ob die Wirtschaftszahlen auch der Realitaet entsprechen und sich die Gemeinschaft eine Aufnahme aus wirtschaftlichen Ueberlegungen zum gewuenschten Zeitpunkt leisten kann. So sollte auch eine “stufenweise” Eingliederung erfolgen.
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    Die Ausweitung der Geldmenge, der Ankauf von Staatsanleihen durch die europaeische Zentralbank ist zu stoppen.
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    Die Herausgabe von Eurobonds ist aufzuschieben bis sich die reale Werthaltigkeit einzelner Staatsanleihen nicht weiter negativ auf die Bonitaet auswirken kann.
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    Das Aufstocken von “Rettungsschirmen” ist die “Flucht nach vorn” und wird lediglich etwas mehr Zeit schaffen. Es wird aber andererseits zur Herabstufung durch die Rating-Agenturen fuehren und die Staatshaushalte und die Glaubwuerdigkeit in den EURO weiter belasten.
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    Werden diese “Ausgrenzungen” nicht kurzfristig durchgefuehrt, droht der Union das scheitern.
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    Beim Ausbleiben eines genuegenden Wirtschaftwachstums mit dem Risiko einer Deflation ist das “Aus” trotz Zeitgewinn durch Rettungsschirme ebenfalls vorprogrammiert.
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    Fazit: Es muss also kurzfristig gehandelt werden damit die Glaubwuerdigkeit in den EURO nicht verloren geht und bevor die Rating-Agenturen ihre Vorankuendigungen wahrmachen und die Kosten fuer die noetigen Abschreibungen nicht auch noch durch hoehere Zinsen belastet werden.
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    http://europa-laeuft-die-zeit-davon.blogspot.com/2012/03/schnelles-handeln-ist-gefordert.html
    http://jesuschristusmessias.wordpress.com/2012/03/29/europa-laeuft-die-zeit-davon/
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    Ralf Guenther
    Philosoph, Prophet, Visionaer, Berater und Schriftsteller
    Ich bin, der ich bin, ich bin, der ich immer schon war, ich bin, der ich immer sein werde, ich bin Adam Kadmon, der Sohn.
    https://twitter.com/#!/AdamKadmonRalf
    http://www.facebook.com/adamkadmonralf
    http://www.blogger.com/profile/16623595932175636229

Der Autor:

Jürgen Matthes

ist Senior Economist beim Institut der deutschen Wirtschaft Köln und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit den ökonomischen Aspekten der Globalisierung.

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