Das Gut Freizeit hat den Vorteil, daß es steuerfrei ist - noch! Clemens August Andreae, 1929-1991, österreichischer Nationalökonom

6 Arbeitsmarkt

Lautsprecher des Kapitals: Was tun gegen Langzeitarbeitslosigkeit?

Wie steht es um die Langzeitarbeitslosigkeit in Deutschland wirklich? Welche Strategien und Maßnahmen können helfen, die Langzeitarbeitslosigkeit abzubauen? In der ersten Folge des INSM-Podcasts diskutieren wir diese Fragen mit Holger Schäfer, Senior Economist für Beschäftigung und Arbeitslosigkeit am Institut der Deutschen Wirtschaft.

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  • Autor

    Florian Hennet

    ist Pressesprecher bei der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. http://www.insm.de/insm/ueber-die-insm/Das-Team.html

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  • Cooper8

    Arbeitslosigkeit ist eine direkte Folge einer falschen Wirtschafts- und Finanzpolitik.
    Der wichtigste Stabilisator einer Marktwirtschaft sind regelmäßige reale Lohnsteigerungen, in dem der Fortschritt in der Produktivität den Arbeitnehmern ausbezahlt werden muss.
    Als es die soziale Marktwirtschaft in diesem Land bis in die 1970 er Jahre noch gegeben hat, wurde dieses Prinzip eingehalten.
    Seitdem die neoklassischen Ökonomen seit dem Ende der 1970 er Jahre das Sagen in der westlichen Welt mit ihrem Marktfundamentalismus übernommen haben, wurde dieses Prinzip außer Kraft gesetzt und die Löhne der Arbeitnehmer sind entweder gar nicht mehr real gestiegen oder nur noch in einem viel zu geringem Maß.
    Bei einem technologischen Fortschritt, der Automatisierung von Abläufen und strukturellen Veränderungen kommt es zu Arbeitslosigkeit, weil bestimmte Fertigkeiten und Qualifikationen von Arbeitnehmern nicht mehr benötigt werden.
    Ein souveräner Staat mit einer eigenen Währung kann niemals zahlungsunfähig werden und kann somit immer und zu jedem Zeitpunkt seine Ausgaben bezahlen.
    Das bedeutet implizit nichts anderes als, dass der Staat auch eine Jobgarantie geben kann und somit die Höhe der Arbeitslosigkeit durch seine Politik bestimmt.
    Die Arbeitslosigkeit ist nicht nur in diesem Land ein großes und vor allem vollkommen unnötiges Problem, sondern insbesondere in den Ländern des Mittelmeerraums.
    Erzwungene Lohnkürzungen haben in Ländern wie Griechenland, Spanien und Portugal genau das Gegenteil dessen bewirkt, was neoklassische Ökonomen prognostiziert haben.
    Die Arbeitslosigkeit ist in diesen Ländern nicht gesunken, sondern deutlich angestiegen.
    Die neoklassische Arbeitsmarktheorie ist seit Jahren wissenschaftlich korrekt widerlegt worden, was die überwältigende Mehrheit der neoklassischen Ökonomen bis heute nicht zur Kenntnis genommen hat.
    Der so genannte Wachstums- und Stabilitätspakt der EU ist makroökonomischer Unsinn, weil es keinen Sinn ergibt, die Verschuldung von Staaten willkürlich zu begrenzen.
    In Zeiten einer Rezession muss sich der Staat aus rein logischen Gründen der gesamtwirtschaftlichen Buchhaltung verschulden, weil in einer solchen wirtschaftlichen Konstellation immer private Haushalte und die Unternehmen zeitgleich sparen/ sich entschulden.
    In einer Marktwirtschaft können nicht alle Sektoren gleichzeitig sparen, weil dann das BIP sinkt.
    Die Massenarbeitslosigkeit in Europa ist eine Folge des Versagens der neoklassischen Ökonomen und der Politiker, die ausschließlich auf diese Ökonomen hören.
    Solange nicht endlich eine rationale und vor allem wissenschaftlich fundierte Wirtschafts- und Finanzpolitik in diesem Land und in der EU/Eurozone betrieben wird, können alle Reparaturmaßnahmen an einem dysfunktionalen Arbeitsmarkt nicht zielführend sein.

  • Peter Schreiber

    Die Zukunft kann nur eine sanktionsfreie Grundsicherung sein, ohne diesen Erpressung in Zwangsarbeit und Maßnahmen. Auch Vollbeschäftigung wird es nie geben, und das ist auch gut so.

  • Cooper8

    Wieso soll es keine Vollbeschäftigung geben und was soll an Arbeitslosigkeit gut sein?
    Arbeitslose sind in aller regel gesellschaftlich ausgegrenzt und können nicht das Leben führen, was sie geplant hatten.
    Arbeitslosigkeit führt auch zu enormen gesellschaftlichen Kosten, die weit über die unmittelbaren staatlichen Transferzahlungen hinaus gehen.
    Arbeitslose können nicht ihren Beitrag zum BIP leisten. Familien enstehen nicht in der gewünschten Art und Weise, zerfallen gänzlich und Kinder von Arbeitslosen werden von ihrer Entwicklung her in aller Regel negativ geprägt.
    Zudem gibt es viele psychische und gesundheitliche Probleme bei Arbeitslosen, die dann zu weiteren Folgekosten führen.
    Dass ein Grundeinkommen ökonomisch keinen Sinn ergibt, habe ich bereits mit anderen Kommentaren ausführlich erklärt.

  • Peter Schreiber

    #Vollbeschäftigung: Um beschäftigt zu sein, braucht man keine Arbeit. Abseits davon ist Vollbeschäftigung unrealistisch, denn ein ständiges Auf im Wachstum kann es nicht geben, und irgendwann wird es auch in Deutschland wieder diesbezügliche Rückgänge, mit daraus resultierend steigender Arbeitslosigkeit geben.
    # Arbeitslose # Ausgrenzung # Lebensplanung
    Stimmt, aber eben nur wenn man Arbeit insgesamt als Lebenserfüllung sieht, die meisten wollen Arbeiten, das mal ganz vorurteilsfrei, ob das ganze positiv oder negativ zu sehen ist. Aber so lange ein Arbeitsloser in einen quasi erpresserischen Gesetzessystem erdrückt wird, so lange wird das Pferd von hinten aufgezäumt. Ansonsten wer plant schon einen Job annehmen zu müssen, den er nicht will, weil ihm sonst das Geld gekürzt wird ? Sollte eigentlich auch nicht im Sinne von Unternehmern sein.
    # gesellschaftliche Kosten.
    Die kann man senken, in dem man diese ganzen Zwangsmaßnahmen abschafft, und auch weiter dahingehende Sachen. Siehe jüngstes Beispiel: https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/hartz-iv-empfaenger-jobcenter-stecken-klienten-in-kurse-um-eigene-ziele-zu-erreichen/21112464.html
    # psychische und gesundheitliche Probleme
    Ohne Arbeit kann auch was befreienden-es sein. ohne Zwänge..dafür dann eben nur die Höhe des AlgII, und es ist nicht polemisch zu sagen, das psychische Ursachen oft die Jobcenter und deren Drohagenda und Mittel sind.
    # Grundeinkommen.. gibt viele Stimmen pro und Kontra… es wäre viel geholfen, es gäbe eine Grundsicherung die nicht unterschritten werden kann, nur der Betroffene müsste sich immer noch einer Bedürftigkeitsüberprüfung unterziehen, was bei einen BGE nicht so wäre.

  • Cooper8

    Die Höhe der Arbeitslosigkeit bestimmt der Staat durch seine Politik, weshalb es selbstverständlich Vollbeschäftigung geben kann.
    Die Art und Weise wie der Staat seit Jahren mit dem Thema Arbeitslosigkeit umgeht, basiert auf der Arbeitsmarkttheorie der neoklassischen Ökonomen, die theoretisch widerlegt ist und empirisch nachweisbar falsch ist.
    In der Vorstellung der neoklassischen Ökonomen gibt es keine Arbeitslosigkeit, weil sie annehmen, dass der Preis der Arbeit, also der Lohn der Arbeitnehmer einfach nur gesenkt werden muss, um einen quasi automatischen Ausgleich zwischen Angebot an Arbeit und entsprechender Nachfrage zu schaffen.
    Neoklassische Ökonomen behaupten, dass Arbeitslose gar nicht arbeiten wollen und der Staat agiert deshalb mit Zwang, um Arbeitslose irgendwie in den Arbeitsmarkt zu vermitteln.
    Dass Löhne nicht nur Kosten der Unternehmen sind, sondern auch die Voraussetzung für die Nachfrage nach ihren Produkten und Dienstleistungen sind, versteht kein neoklassischer Ökonom.
    Arbeitslosigkeit kann nur mit Lohnerhöhungen und ggf. mit staatlichen Interventionen vermieden werden.
    Konjunkturelle Schwankungen kommen in der neoklassischen Lehre ebenfalls nicht vor.
    Sie behaupten ganz einfach, dass Märkte immer effizient seien und automatisch zu einem markträumenden Optimum von Angebot und Nachfrage führen und der Preis der entscheidende Faktor ist.

  • “Abseits davon ist Vollbeschäftigung unrealistisch”
    Selbst ohne Wachstum ist das einfach möglich. Man führt einfach eine Wochenmaximalarbeitszeit von 30 Stunden ein und schon hat man Vollbeschäftigung. Cooper8 Argumente kommen noch oben drauf.

    Im Prinzip ist es also möglich. Man muss es nur wollen.

    “aber eben nur wenn man Arbeit insgesamt als Lebenserfüllung sieht,”
    Das ist auch richtig. Ist in meinen Augen aber eine ganz andere Diskussion.