Vermögend durch die Krise
Einbrechende Aktienkurse, Preisverfall am Immobilienmarkt, steigende Arbeitslosigkeit – auch in Deutschland werden die Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise spürbar. Doch ein Blick zurück dürfte für eine Beruhigung der Gemüter sorgen. Denn bisher haben die Deutschen ihr Vermögen immer erfolgreich durch jede Krise gebracht. Zum Jahresende 2006 summierten sich der private Besitz, Sachwerte, Wohnungen und Geldvermögen der Deutschen insgesamt auf 9.169 Milliarden Euro – eine Zahl mit 13 Stellen. Pro Einwohner entspricht dies einem Vermögen von rund 111.000 Euro. In den Jahren zwischen 1970 und 1992 legte das Vermögen eines durchschnittlichen Westdeutschen um satte 154 Prozent zu. Das ist besonders bemerkenswert, denn auch in diesem Zeitraum wurde Deutschland von mehreren Konjunktureinbrüchen heimgesucht, wie z.B. im Jahr 1974 oder Anfang der Achtziger Jahre. Die letzten konjunkturellen Herausforderungen erlebte Deutschland nach der Wiedervereinigung 1990 und nach dem Zerplatzen der dotcom-Blase im Jahr 2002. Und dennoch: In den Jahren 1991 bis 2006 steigerten die Bundesbürger im wiedervereinigten Land ihr Vermögen pro Kopf nochmals um 38 Prozent.
Jeden Montag oder Dienstag werden im ÖkonomenBlog Beiträge aus der Reihe „Wohlstands-Bilanz-Deutschland“ veröffentlicht, mit denen die 60-jährige Erfolgsgeschichte der Sozialen Marktwirtschaft nachgezeichnet und auf neue Herausforderungen hingewiesen wird. Eine umfassende Übersicht über Wohlstands-Parameter wie Einkommen, Vermögen, Lebensqualität und Bildungschancen finden Sie auf der Internetseite www.wohlstandsbilanz-deutschland.de

[...] ÖB: Vermögend durch die Krise [...]
Diese Durchschnittswerte suggerieren doch ein viel zu positives Bild!
Ich akzeptiere ja, dass man nicht den Teufel an die Wand malen sollte, um die vorhandenen Unsicherheit nicht noch zu verstärken. Und wenn jeder 100.000 Euro auf der hohen Kante hätte, gäbe es wohl kein Grund zu meckern. Allerdings ist das Vermögen in Deutschland stark konzentriert und solche Durchschnittswerte verharmlosen doch den Druck, der auf einem Großteil der Erwerbstätigen lastet, oder im Verlauf der Krise noch lasten wird (die Arbeitslosenquote ist ja ein nachläufiger Indikator).
Ein differenzierteres Bild liefert das DIW:
Pressemitteilung des DIW Berlin vom 21.01.2009
Die Ungleichheit der Vermögensverteilung in Deutschland ist zwischen 2002 und 2007 stark gestiegen. (…) Dabei haben sich auch die Unterschiede zwischen West- und Ostdeutschland weiter vergrößert. Besonders besorgniserregend ist der Rückgang des Vermögens der mittleren Altersgruppen in Ostdeutschland. (…)
Die untere Hälfte der Bevölkerung tritt beim Vermögen auf der Stelle (…)
Jeder Vierte hat gar kein Vermögen oder ist verschuldet
Mehr als ein Viertel aller Erwachsenen (27 Prozent) verfügten über kein persönliches Vermögen oder waren sogar verschuldet, während das reichste Zehntel der Bevölkerung über ein Netto-Gesamtvermögen von mindestens 222 000 Euro verfügte. (…)
“Die Erbschaftsteuerreform wird zu einer weiteren Vermögenskonzentration führen. Es sollte aber das Prinzip der Chancengleichheit gestärkt werden, denn nicht nur die Bildungschancen sondern auch die Höhe der erwarteten Erbschaften werden maßgeblich von der sozialen Herkunft bestimmt“, empfehlen Frick und Grabka.
Gruß Knut
http://www.diw.de/documents/publikationen/73/93785/09-4-1.pdf
sehe ich ähnlich wie knut!
danke für den link zum DIW.
schulden – vermögen verteilung hohe einkommen – niedrige einkommen
wäre wirklich interessant zu sehen.
gruss
eachtradingday