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Schluss mit dem Wohlstand auf Pump!

Lange Jahrzehnte versprach unser Wohlfahrtsstaatsmodell den Menschen ständig wachsenden Wohlstand. Wer etwas leistet, bringt es zu etwas. Auch die kleinen Leute konnten sich durch Einsatz hocharbeiten, ihren Kindern bessere Bildungschancen ermöglichen und ihnen damit fast automatisch auch ein materiell besseres Leben ermöglichen. Abermillionen, die in den vergangenen 50 Jahren geboren wurden, kennen eigentlich nur die materiellen Segnungen unserer Wirtschaftsordnung. Ketzerisch zugespitzt: Vollkasko – aber ohne Selbstbeteiligung!

Doch wer am Wohlstandslack kratzte, konnte schon seit den Siebziger Jahren feststellen, dass der Wohlstand zunehmend kreditfinanziert wurde. Bereits vor vier Jahrzehnten begann das reiche Deutschland damit, soziale Leistungen mit Schulden zu finanzieren. Denn damals stieg erstmals die staatliche Gesamtverschuldung im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt über den prozentualen Anteil der Sozialausgaben an der Jahreswirtschaftsleistung. Doch wer anfängt, konsumtive Ausgaben mit Krediten zu finanzieren, der baut seinen Wohlstand auf Sand.

Und die Politik: Da wären jetzt Führungspersönlichkeiten gefragt, die der Bevölkerung glaubwürdig die Notwendigkeit von Einschränkungen vermitteln und Mut zu mehr Eigeninitiative und Selbständigkeit machen. Die aussprechen, was viele Bürgerinnen und Bürger von ihnen erwarten: Wahrhaftigkeit und schonungslose Offenheit! Ich habe als Politiker selbst in vielen Jahren erlebt, dass Wählerinnen und Wähler lieber für neue Versprechungen als für Sparvorschläge votieren. Doch in Zeiten der europäischen und amerikanischen Überschuldungskrise gieren immer mehr Menschen nach Klartext: Weniger ist mehr!

5 Kommentare zu “Schluss mit dem Wohlstand auf Pump!”

  1. Ich meine mal gelesen zu haben, dass die Steuergeschenke der letzten 20 Jahre ( Abschaffung Vermögenssteuer, Senkung der Körperschaftssteuer, Senkung der Einkommensteuer , Einführung der Abgeltungssteuer ) den heutigen Bundeshaushalt ( oder Gesamthaushalt der Länder ? bin da nicht sicher ) in etwa mit einem mittleren , zweistelligen Milliardenbetrag belasten. Es liegt also vielleicht doch nicht alles an den Sozialleistungen ??

    Dass die Grundsätze der Finanz- und Geldwirtschaft, nachdem jedem Geldvermögen auch eine Geldschuld gegenüberstehen muss, bei Herrn Metzger nicht bekannt sind, ist ja hier schon längst allen bekannt. Schade halt.

  2. “Weniger ist mehr!”

    Warum Herr Metzger? Ist die Wirtschaft in den letzten 40 Jahren nicht stark gewachsen? Es wurde bei den staatlichen Mehrausgaben der Fehler gemacht diese nicht gegenzufinanzieren. Dies wäre auch heute ohne weiteres möglich. Nur sind ein intelligentes, der Leistungsfähigkeit angemessenes Steuersystem nicht gewollt. Auch wird Steuerhinterziehern lieber ein Freifahrtschein, als eine Strafe ausgestellt. Diese Dinge sind ebenso zu betrachten. Ebenfalls wichtig ist, dass Deutschland eine Wiedervereinigung hinter sich hat. All diese Dinge führen zu einer Verschuldung. Schuld daran sind die Umstände und eindimensional Denkende Politiker wie sie.

  3. Also Herr Metzger, sie diffamieren hier pauschal Millionen von Menschen, indem Sie all diesen ihre Selbsverantwortung und ihr persönliches negagement absprechen. Sie formulieren die letzten 50 Jahre so, als wäre jeder ausser Stande gewesen, ein Risiko zu trage, und dass jeder einfach nur die Hand aufgehalten hat. Das ist schlicht eine Frechheit.

    Alleine schon die 2 kurzen Beiträge von Eric und chriwi sollten Ihnen nur beweisen, dass es nicht die Bürger waren – sondern die inkompetenten Poltiker, welche die Wirtschaft in die aktuelle Lage brachten.
    Jeder Politiker glaubt, dass er mit der Ernennung seines Postens die Weisheit und Kompetenz erhält. Und stellt sich sofort hierarchisch über den Wähler. Zu Unrecht, denn er/ Sie ist nur Vertreter! Das Verhalten ist überaus arrogant, vielleicht auch naiv.

    das schöne an der Politik ist: ich kann versprechen was ich will, was alle hören wollen. Und wenn ich mein Versprechen nicht halte…ja was ist dann eigentlich…nichts! und das ist sehr traurig und arm.

  4. Kammerjäger sagt:

    “Vollkasko – aber ohne Selbstbeteiligung” aus dem Munde eines Ex-Bundestagsabgeordneten. Wahrscheinlich können sie die Zeit für das Schreiben dieses Artikels auch deshalb aufbringen, weil Sie eine leistungfreie Vollkaskopension beziehen, die weit über den Einkommen der Leute liegt, über deren Mentalität Sie sich hier beschweren.

    Wo ist Ihr Eintreten für das Abschaffen der Sozialausgaben für ehemalige Abgeordnete? Diese Ansprüche sind zudem auch noch völlig beitragsfrei entstanden, was für eine ganze Reihe anderer Ansprüche aus dem Sozialsystem nicht stimmt.

  5. Ich finds lustig, dass ein Mensch, der wirklich eine Vollkasko ohne Selbstbeteiligugn besitzt, sowas schreibt.

    Die Vollkasko ohne Selbstbeteiligung haben in unserem Gesellschaftsystem nur Reiche und Mächtige sowie ihr Dunstkreis (z.B. bezahlte Schreiberlinge und gekaufte Medien). Alle Gesetze etc. schützen nur sie und das auf Kosten des gesamten Rests und der wird immer größer.

    Aber naja es ist ja nicht Herr Metzgers Schuld, dass er sowenig versteht bzw. einen sehr sonderbaren Begriff von Freiheit und Selbstbestimmung besitzt. Inzwischen ist unser gesamtes Land und eigentlich die gesamte westliche Welt von dieser “Religion” eingenommen.

    Erinnert mich son bisschen an das dunkle Mittelalter, oben die Aristokraten (Reiche und Mächtige, mit zum Teil sehr fragwürdiger Vergangenheit und in großem Teilen geschenkten Vermögen), dann der Klerus (die heutigen Wirtschafts- und Rechtswissenschaften), unten das normale Volk (Maschinen und Durchschnittsbürger), welches den Wohlstand erwirtschaftet, aber sehr wenig davon erhält.

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Der Autor:

Oswald Metzger

ist Buchautor und ausgewiesener Haushalts- und Finanzexperte. Von 1994 bis 2002 gehörte er dem Deutschen Bundestag an.

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