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EnBW Verstaatlichung: Der Kunde verliert

EnBW ist zurück in Staatshand. 45,01 Prozent übernimmt das Land Baden-Württemberg.

Baden-Württemberg ist zurück im Stromgeschäft. Für 4,67 Milliarden kauft das Land 45,01 Prozent der Aktien des Energiekonzerns EnBw vom französischen Stromanbieter EDF. Aus Sicht der Verbraucher, ein schlechter Deal.

Die ordnungspolitischen Implikationen liegen auf der Hand. Profitinteressen der Eigentümer werden nun noch stärker mit politischen Interessen vermengt. Heißt: Bei allen energiepolitischen Entscheidungen wird die Frage gestellt, in wie weit die Profitabilität von EnBW beeinflusst wird. Die Interessen der Verbraucher drohen dabei unter den Tisch zu fallen.

Auf Bundesebene sehen wir diese Situation schon heute bei der Deutschen Bahn. Nach wie vor ist hier der Staat Eigentümer. Service und Produktqualität sind hinlänglich bekannt. Poltische Interessen verdrängen Verbraucherinteressen und gehen zu Lasten des Wettbewerbs. Die Kundenzufriedenheit bleibt auf der Strecke.

4 Kommentare zu “EnBW Verstaatlichung: Der Kunde verliert”

  1. Man könnte mit einiger Berechtigung auch behaupten, daß erst nach Rückzug des Staates aus der sog. Daseinsvorsorge die Qualität sinkt und der Preis steigt.

  2. Die Bahn als Erfolg für die Privatisierung zu nehmen ist ein Zeichen von Ahnungslosigkeit oder ideologischer Verbohrtheit. Interessierte können sich mal als Beispiel die heutige Sendung “Der Tag” des HR2-Radioprogramms zum Geburtstag der Bahn als Podcast laden.

    Die Probleme der Bahn liegen international doch gerade darin, dass private Anbieter die Qualität des Services verschlechtern. Das kann der Bahnkunde hierzulande ja seit Jahren beobachten.

    Im Strombereich findet sich ähnliches in der Milliardensubventionierung der Großkonzerne zu Lasten der Umwelt und der Verbraucher. Müssten die Konzerne die “Entsorgung” des Atommülls für die Jahre seines Vorhandenseins finanziell absichern, gäbe es weltweit nur Urananreicherung aus militärischen Gründen.

    Energieversorgung in öffentlicher Hand würde es deutliche vereinfachen, dezentral und umweltfreundlicher zu arbeiten. Daran haben EON & Cie zu Lasten der Verbraucher kein Interesse.

  3. [...] Ökonomenblog: EnBW Verstaatlichung: Der Kunde verliert [...]

  4. Es sollte lieber geschrieben werden:Privatisierung-der Kunde verliert !
    Wieder so ein von der Finanzwirtschaft bezahlter Prof. Dr. der behauptet was von ihm verlangt wird. Ich habe noch kein einziges nennenswertes Beispiel dafür erlebt,das Privatisierung öffentlicher Bereiche zu einer Verbesserung der Qualität oder gar zu fallenden Preisen auf Dauer geführt hat.
    Investitionen in Qualität schmälern die Rendite. Ich glaube nicht, dass Aktionären oder gar irgendwelchen Fonds das Wohlergehen der Kunden wichtiger ist als der Profit.
    Und es gibt noch einen Verlierer bei diesem Spiel. Die Beschäftigten!
    Diese werden nach der Privatisierung meist weniger im Betrieb und der Druck auf den Einzelnen wächst.Oft genug fallen dann auch die Löhne mit der Zeit durch Auslagerung von Unternehmensteilen oder Einführung von Leiharbeit.
    Oder ganz einfach allein durch die Androhung solcher Maßnahmen, wenn sich der Arbeiter/Angestellte nicht bescheiden genug verhält.
    Wie sonst sollte denn aus einem nicht profitalblen Staatsunternehmen
    ein profitables privates Unternehmen werden.
    Und hier kommt noch ein Verlierer dazu.Der Staat selbst.
    Der darf die Entlassenen und die Unterbezahlten dann versorgen oder ergänzend unterstützen.
    Ach ja ,es gibt auch Gewinner:Spekulanten und Prof.Dr. …..

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Der Autor:

Prof. Dr. Justus Haucap

Direktor des Duesseldorf Institute for Competition Economics (DICE) sowie Vorsitzender der Monopolkommission.

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