15 FinanzmarktOrdnungspolitikSteuern und Finanzen

Finanzaufsicht: Jetzt nicht übertreiben!

Die letzte Finanzkrise ist Anlass über die Notwendigkeit, über die Art und über das Ausmaß einer Regulierung der Finanzmärkte und der Finanzinstitutionen nachzudenken. Dass dies zurzeit getan wird, belegen zahlreiche Anstrengungen mit  dem Ziel das Finanzsystem widerstandsfähiger zu machen. Auf die Ankündigung kein Finanzmarktteilnehmer und kein Produkt solle unreguliert bleiben, folgte ein Feuerwerk an neuen Vorschriften. Die Liste reicht von Managervergütungen über höhere Eigenkapitalvorschriften, international abgestimmten Liquiditätsvorschriften, Sondervorschriften für systemrelevante Institute und vieles mehr. Die Spuren der letzten Finanzmarktkrise sind unverkennbar. Verständlich, aber auch problematisch.

Regulierung und die unsichtbare Hand des Marktes stehen immer in einem Spannungsverhältnis. Da man die  Frage: „Wie viel Regulierung ist notwendig, wie viel freie Marktwirtschaft ist möglich“ niemals eindeutig beantworten kann, ist jetzt die Gefahr groß sich von den jüngsten Erfahrungen vereinnahmen zu lassen. Jede Wettbewerbsbeschränkung führt zu Wohlfahrtsverlusten. Ein Verbot bestimmter Geschäfte führt dazu, dass auch volkswirtschaftlich sinnvolle Transaktionen nicht zustande kommen. Vor der letzten Krise war man geneigt die negativen Folgen einer Bankenkrise zu unterschätzen, die Kosten der Regulierung dagegen wurden überschätzt. Nun droht das umgedrehte Szenario.

So verständlich die Forderungen nach sehr strengen Vorschriften auch sein mögen, überzogene Vorschriften wird man nicht dauerhaft durchhalten können. Und die Erfahrung zeigt: Nichts ist gefährlicher, als strenge Regeln aufzuheben oder zu lockern. Daher gilt es jetzt, einen kühlen Kopf zu bewahren und sich nicht von den kurzfristigen Ereignissen leiten zu lassen. Denn die nächste Krise wird ohnehin andere Ursachen haben.


Prof. Dr. Hartmann-Wendels war Teilnehmer der diesjährigen Liberalismuskonferenz. Die Präsentation seines Vortags “Freiheit und Ordnung – Neue Regeln nach der Finanzkrise” können Sie hier downloaden.

  • Autor

    Prof. Dr. Th. Hartmann-Wendels

    ist Direktor des Seminars für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Bankbetriebslehre sowie Geschäftsführender Direktor des Instituts für Bankwirtschaft und Bankrecht an der Universität zu Köln.

  • “So verständlich die Forderungen nach sehr strengen Vorschriften auch sein mögen, überzogene Vorschriften wird man nicht dauerhaft durchhalten können.”

    Mir sind solche Forderungen überhaupt nicht verständlich. Warum soll es nahe liegen, wenn man einen Garten betreibt, nach dem Ziegenbock zu rufen, weil die Tomaten nach anfänglich intensivstem Wachstum (durch Dünger) plötzlich am Stengel faulen???

    Dieser ganze Hype nach Staatslenkung ist überhaupt nicht nachvollziehbar, wenn man sich einem freien Markt verschrieben hat und er rechtfertigt nachträglich Hayeks Kritik an Euckens Konzept der Marktwirtschaft und vor allem der durch die Prozesspolitik geschaffenen Möglichkeit staatlicher Eingriffe Recht. Das Unheil beginnt mit dem Irrtum, man können steuern zum Besseren eingreifen und setzt sich mit jedem steuernden Eingriff, der einen neuen steuernden Eingriff nach sich zieht fort … a finely woven mess

    Wenn man bedenkt, dass die jetztige Finanzkrise ihren Ausgangspunkt bei der Einflussnahme der Regierung Bush auf den US-amerikanischen Immobilienmarkt nimmt und dieser Eingriff letztlich die Ursache für alle folgenden staatlichen Eingriffe ist (dann allerdings nicht, um die Folgen der Bushschen Politik zu beseitigen, sondern um die Folgen der nun Bankenpolitiken zu beseitigen…), dann zeigt sich, wie Recht von Mises mit seiner Bemerkung hatte, dass ein steuernder Eingriff weitere nach sich zieht und letztlich alles sein Ende im Faschismus finden wird.

  • Linsel

    Finanzaufsicht: Jetzt nicht übertreiben!

    Klar, es mußte so kommen. Nachdem die Finanzbranche die größte Kriese der letzten Jahrzehnte zu verantworten hätte,hat diese nun Angst das die Party so nicht mehr weiter geht.
    Staaten denen es bis dahin schon nicht gut ging sind ruiniert bei anderen stieg ihre Schuldenlast drastich. Alles zur Rettung eines vollkommen auser Kontrolle geratenen Systems.
    Aber hinter diesem System stehen Personen welche dies alles bewirkt haben.
    Wir greifen zu kurz wenn wir uns nur über eine allgemeine Finanzwelt aufregen.
    Wer sind diese Schmarotzer? Wer sind ihre Helfer in Wirtschaft und Politik.
    Wir wissen es!
    Es wird Zeit etwas zu tun! Keine Angst ihr Pack ! Wir haben nicht die Macht euren wiederwärtigem Tun Einhalt zu gebieten. Aber wir haben die Möglichkeit euch und euren Helfern den Respekt zu entziehen ! Eure miesen Taten nicht zu ignorieren oder zu verdrängen sondern zu benennen und uns zu empören !
    Nichts was ihr getan habt wird vergessen !Jeder Mensch der starb weil sich Lebensmittel durch spekulation verteuert haben.Jeder qm Wald der abgeholzt wurde um die Profite zu erhöhen. Jedes Krankenhaus das nicht gebaut werden konnte,jede Schule die nicht mehr renoviert werden kann……..
    Es wird nicht vergessen!

  • @Michael Klein
    “Wenn man bedenkt, dass die jetztige Finanzkrise ihren Ausgangspunkt bei der Einflussnahme der Regierung Bush auf den US-amerikanischen Immobilienmarkt nimmt”
    Dann wissen sie ja mehr als viele Ökonomen. Ich habe schon die verschiedensten Gründe gelesen warum es zur Krise kam. Ein wesentlicher war die Reduzierung der Überwachung der Finanzmärkte. Dies gepaart mit den Immobilienföderungen und vielen Finanztricks führten zum aufblähen. Die Immobilienförderung der Bush Regierung hatte ihren Anteil, aber die Ursache lag in meinen Augen tiefer. Der Vorteil ihrer Sichtweise (und der von Hayek, Mises, etc.) ist, dass der Staat immer Schuld sein kann. Denn er gibt die Rahmenbedingungen für den Markt und das Handeln auf ihm vor. Somit gibt es immer Kontrollen und Regularien die zu streng sein können. Das man Märkte nicht steuern kann ist klar. Steuern ist aber auch nicht regeln. Man kann komplexe, chaotische Systeme durchaus regeln. Wieso sollte dies also nicht bei den Finanzmärkten möglich sein? Die Frage bleibt dann natürlich in welche Richtung es gehen soll. Will man eine möglichst effizienten Kapitalverteilung bekommen, oder soll lieber mit Milliarden gezockt werden wie in einem Casino. Momentan stehen die Zeichen auf Casino. Da die gewonnen Milliarden massiv in der Lobbyarbeit eingesetzt werden und ettliche Menschen immer noch daran glauben das dort ein Mehrwert geschaffen wird, wird sich daran auch nicht so schnell etwas ändern.

  • @Linsel
    ich antworte mal in dem evangelisch pastoralen “pulpit-ton”, den Du auch nutzt:
    Vor das Vergessen hat der Herr das Wissen gesetzt, denn um etwas vergessen zu könenn, muss man etwas wissen. Nun, Ihr, die Ihr was auch immer nicht vergessen wollt, lasst uns doch an Eurem Wissen teilhaben und erklärt und, was wir nicht wissen, z.B. wie sorgt Spekulation für Hunger? Was ist Spekulation, wo gibt es Sie und wer hungert deswegen. Wer hat die Konspiration die so sittsam wirtschaftende Staaten wie Griechenland an den Rand des Ruins gebracht haben, ins Leben gerufen und wer profitiert davon, dass die Griechen von ihren europäischen Brüdern mitgetragen werden? Wie schaffen Sie es, zu leben ohne anderen etwas wegzunehmen?

    Nun zum Predigtteil:
    “Nichts was ihr getan habt wird vergessen !Jeder Mensch der starb weil sich Lebensmittel durch spekulation verteuert haben.Jeder qm Wald der abgeholzt wurde um die Profite zu erhöhen. Jedes Krankenhaus das nicht gebaut werden konnte,jede Schule die nicht mehr renoviert werden kann…”

    Dazu kann ich nur sagen: “… I can assure you that we will leave every stone untouched to bring back the compassionate society” (Billy Frazer).
    Häuptling Seattle hat gesprochen!

  • @chriwi
    Wenn Sie genau suchen, werden Sie sogar einen US- Kongreßbericht finden, in dem die Regierung Bush mit ihrer Einflussnahme auf Freddy Mac und Fanny Mae als mindestens mit-kausal für die nachfolgenden Subprime MK angegeben wird. Und nach meiner Beobachtung ist dieses Geheimnis ein offenes Geheimnis und somit keines mehr.

    Ich weiss nicht wie sie darauf kommen, dass in einer Ordnung, wie Hayek sie entworfen hat, der Staat schuld ist. Nein, viel schlimmer, Krisen gehören nämlich zu einem freien Markt und werden als notwendig angesehen, um verkrustete Marktgefüge aufzubrechen und um Neues zu wege zu bringen. So wie aus einem Bubble Wachstum wird:
    Tirole, Jean (1982). On the Possibility of Speculation under Rational Expectations. Econometrica 50(5): 1163-1182.
    oder da:
    Ventura, Jaume (2003). Economic Growth with Bubbles.
    http://ssrn.com/abstract=860884.
    Kurz, der Staat wäre an keinem Bubble schuld, denn ein Bubble ist nichts, wofür man Schuld verteilen mus…

  • Surp

    @ Michael Klein und Chriwi

    Den Hauptschuld liegt in meinen Augen auch beim amerikanische Staat und der damaligen Politik.

    Blasen sind grundsätzlich nicht schlimm, dass Problem ist der Grund ihres derzeitigen entstehens.

    Die extremen und unverdienten (sollten man noch hinzufügen) Ungleichgwichte in der Vermögensverteilung kompiniert mit der extrem lockeren Geldpolitik sollten einen schon erschrecken.

    Ich persönlich sehe aber in Überwachung von Finanzmärkten wenig Sinn. Man sollte viel weiter gehen, zum Beispiel indem man sie ein sehr schlankes und effektives Sozialsystem finanzieren lässt, z.B. durch eine Finanztransaktionssteuer (diese halte ich für elementar, wenn man die Problematik wirklich angehen will, sie wirkt wie ein Gaspedal).

    Außerdem ist es ungerecht, dass Fianztransaktionen nicht besteuert werden, aber alles andere schon, besser wäre es umgekehrt. Wenn man nur Finanztransaktionen besteuert, wären viele derzeitige Probleme viel leichter und effizienter zu lösen. Außerdem spart man viele Arbeitsplätze mit negativer Produktivität ein. Des Weiteren würde die Welt für viele Menschen verständlicher werden und somit auch einwenig gerechter, da man nicht soviel unnützes Wissen mit sich herum schleppen müsste.

    Evtl. ist es nötig bestimmte Instrumente wie CDS tatsächlich zu verbieten, da bin ich mir aber immernoch nicht sicher.

  • @Michael Klein

    Ich streite nicht ab, dass der amerikanische Staat seinen Anteil hatte an der Finanzkrise. Allerdings stellt sich dann immer noch die Frage wo das Kapital zum Spekulieren herkam, wer von den offensichtlich falschen bewertungen der Rating Agenturen profitiert hatte. Die falschen Bewertungen waren jahrelang bekannt und es wurde dem nicht nachgegangen (Lobbyarbeit macht sich eben bezahlt). Am Finanzmarkt herrscht eben keine freie Marktwirtschaft. Große Fond und Banken können die Kurse massiv beeinflussen, wenn sie wollen. Sie tun dies auch absichtlich, oder durch Computerfehler. Da stellt sich bei mir die Frage wem dies nützt. Vor allem, weil die Profiteure dieses Marktes keinerlei Konsequenzen zu befürchten haben.

    @Surp
    “Finanztransaktionssteuer ”
    Diese wäre eben eine Regelung und keine Steuerung. Man muss eben stabilisierende Gesetze und Steuern einführen. Damit muss verhindert werden, dass Banken aufgrund ihrer Größe nicht pleite gehen dürfen (wegen dem gesellschaftlichen Schaden, oder weil sie Interessen kaufen können). Dann sind Krisen auch kein Problem. Am stabilsten lief der Finanzmarkt in meinen Augen, als er massiv reguliert war. Eine Steigerung der Finanzkrisen kam erst bei der stückweisen Aufweichung der Gesetze ab den späten 70ern.
    Das ist auch nachvollziehbar, da das Geldvolumen an den Finanzmärkten massiv zunahm.

  • Linsel

    @Michael Klein

    Sie geben sich ahnungslos.Schön. Der Fuchs streitet ab, daß er in den Hühnerstall will. Ja, er behauptet, noch nicht eimal zu wissen was ein Hühnerstall ist. Und zum Schluß fragt er ,was ist ein Huhn?

    Spekulation:Bedeutungen:
    [1] eine Schlussfolgerung über etwas ohne gesicherte Erkenntnis
    [2] eine Erwartung, dass ein bestimmtes Ereignis oder ein Zustand in der Zukunft eintritt, ohne dafür eine ausreichende Basis zu haben
    [3] Wirtschaft: wirtschaftliche Entscheidung in Erwartung einer bestimmten wirtschaftlichen Entwicklung
    Quelle:Wiktionary

    Hunger durch Spekulation:http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,714068,00.html

    Wo entsteht Spekulation? http://www.memo.uni-bremen.de/docs/m5008.pdf

    Griechenland:Griechenlands Militärausgaben
    Hochgerüstet in die Pleite

    Griechenland hat anteilig höhere Militärausgaben als alle anderen europäischen Nato-Staaten. Die Krise hat daran nichts geändert.
    Quelle: Taz http://www.taz.de/1/politik/europa/artikel/1/hochgeruestet-in-die-pleite/

    Wie schaffen Sie es, zu leben ohne anderen etwas wegzunehmen?

    Durch Arbeit die anderen Menschen etwas nützt !

    Der Fuchs trottet davon und sagt sich : einen Versuch wars wert !

  • @Linsel
    “Durch Arbeit die anderen Menschen etwas nützt !”

    und ich wette, Sie leben von Luft und Liebe, essen kein Fleisch, trinken nur klares Quellwasser und kleiden sich in selbstgewebte Jute… und ausserdem sind bestimmt Sie derjenige, der bewertet, was anderen nützt… Gut dass der Fuchs weggetrottet ist, denn es sind genau do-gooders dieser Art, die mich ziemlich ärgerlich machen. Immer nur anderen die Schuld für negative Entwicklungen zuschieben und sich selbst mit der Salbe der eigenen Gutheit einreiben. This is what I find disgusting. Ich hoffe, der weggetrottete Fuchs kehrt nicht wieder!

  • Surp

    @ Michale Klein

    Lebensmittelproduktion ist eine Arbeit die anderen Menschen nützt, oder?

    Hingegen ist der Großteil unseres Dienstleistungsbereichs das Gegenteil davon, er wird uns ja durch Gesetze, Subventionen, Verordnungen etc. aufgezwungen, oder?

    Ich denke, das war mit “nützlicher Arbeit” gemeint.

  • @Linsel,
    mal was zur Bildung oder warum Spekulation KEINEN Einfluss auf Preise hat und warum ein Verbot von Spekulation sich negativ auf die Weltversorgung auswirken würde (das ist der einfachste Text den ich finden konnte, darin kommt keine Formel vor:)

    http://www.project-syndicate.org/commentary/drechsler2/English

    Bin mittlerweile auch auf diesen Überaus blödsinnigen Beitrag des heute journals über Nahrungsmittel-Spekulation gestoßen … Die Art und Weise wie in D öffentliche Meinung manipuliert werden soll, ist so plump, it’s beyond words, aber es scheint zu klappen …

  • Linsel

    @Michael Klein

    Berufe die nützlich sind: Neben den in der Landwirtschaft tätigen Menschen,wie von Surp bereits erwähnt,gibt es noch eine Vielzahl nützlich tätiger Personen.
    Zum Beispiel : Ärzte(nicht alle), Krankenschwestern, Polizisten,Feuerwehrleute,Handwerker
    aber wie ich finde auch die Mehrheit der Dienstleister sowie die Arbeiter in den Fabbriken die die Gegenstände herstellen die wir zu brauchen glauben.
    Es freut mich das sie mich in die Schublade der Ökospinner (die das natürlich nicht sind) stecken möchten.Das zeigt wie hilflos sie Argumenten gegenüber sind.
    Und natürlich bewerte ich welche Berufsgruppen nützlich oder parasitär sind. Ich werde es niemanden anderen zugestehen dies für mich zu bestimmen und an mir vorbei festzulegen. Das sollten möglichst viele so tun . Dafür schreibe ich hier.
    Ich gebe auch nicht Anderen die Schuld für negative Entwicklungen sondern nur denjenigen die tatsächlich daran schuld sind.
    Der Fischer ist kein Unmensch weil er Fiche töten muß um zu leben.
    Der Bauer ist kein schlechter Mensch weil er das Land roden mußte welches er bebaut um existieren zu können. Der Arbeiter macht nichts schlechtes auch wenn er ein unnützes Produkt herstellt damit er seine Familie ernähren kann.
    Selbst ein Wilderer im Nationalpark ist nicht zwingend ein ein Dreckhund,wenn
    der Grund seiner Taten lediglich dazu dient seine Familie über die Runden zu bringen.
    Ein gutes Beispiel für Parasiten ist sind Währungsspekulanten. Deren Handeln nützt nur sich selbst. Sie machen nichts nützliches für die Gesellschaft .
    Oder Unternehmer und Geschäftsleute welche in Billiglohnländern und Sonderwirtschaftszonen produzieren lassen um diese dann hier her zu verfrachten um ihre Gewinne zu steigern. Zeitgleich schuften ihre Arbeiter unter unwürdigsten Bedingungen .
    Oder drücken wir es mal so aus: Es ist ein großer Unterschied ob jemand etwas tut um seine Existenz zu sicheren um ein anständiges Leben führen zu können oder ob er andere ausplündert ,betrügt,oder halt ohne Gegenleistung an die Gesellschaft unverhältnismäßig viel Geld einstreicht nur um vielleicht seinem verzogenen Sohn mit 18 seinen ersten Porsche schenken zu können.
    Definition: Geld verdienen für Gesellschaftlichen Nutzen = gut
    Geld bekommen für keinen Gesellschaftlichen Nutzen = schlecht

    Ach ja ein Link zum Lachen und und zum Lachen im Hals stecken bleiben:
    Volker Pispers ; Berufsgruppen die diese Welt nicht braucht

  • @Linsel

    Ich halte Sie nicht für einen Ökospinner, wäre das der Fall, ich würde es schreiben, das können Sie mir glauben.

    Ich halte Sie für jemanden, der seine Positionen nicht gut genug überlegt hat, denn sonst würden Sie nicht behaupten, dass es einen anderen Antrieb für Menschen als den Eigennutz gibt. Jeder von uns handelt, um sein eigenes Überleben zu sichern. Nicht einmal die katholische Kirche verkauft ihr üppiges Eigentum, um Armen das Überleben zu sichern.

    Davon zu trennen ist die nächste Ebene, nämlich die Frage was jemand für seinen Lebensunterhalt tut. Sie haben Recht, hier gibt es nützlichere und unnütze Tätigkeiten. Ich betrachte z.B. alle Tätigkeiten, die einen negativen Effekt auf das Wachstum haben als unnütz (damit habe ich weitgehend die Definition von rent seeking, die Tullock vorgelegt hat, zu meiner gemacht). Demgemäß halte ich die meisten Sozialarbeiter, Anwälte und öffentliche Bedienstete in Verwaltungen für verzichtbar, Spekulanten an Märkten und die meisten Banker hingegen nicht, denn die meisten von ihnen schaffen einen Mehrwert und die, die es nicht tun, darf man halt nicht mit Steuergeldern retten, sondern man muss sie die Folgen ihrer Fehlspekulation spüren lassen, d.h. sie Pleite gehen lassen.

    Ihrer Definition sinnvoller Tätigkeit, die sich auf den gesellschaftlichen Nutzen bezieht, kann ich mich überhaupt nicht anschließen, denn wer definiert den geselslchaftlichen Nutzen? Die EU, dadurch dass sie Milliarden in die Landwirtschaft steckt, die Preise damit künstlich hochhält und Bauern über Wasser, die nicht konurrenzfähig sind? Die Frauen-Union, die entdeckt hat, dass Vorstände von Unternehmen noch mehr aufgebläht werden müssen als sie es eh schon sind, damit auch Frauen im Vorstand mitverdienen können?

    Ich sehe zum Beispiel keinerlei gesellschaftlichen Nutzen in der Fortpflanzung. Entsprechend bin ich dafür alle Zuwendungen für Fortpflanzung zu streichen. Wären Sie damit einverstanden? Nach Ihrer Definition müssten Sie es sein, denn der Nutzen von Kindern ist im wesentlichen psychologisch und für die Eltern, nicht für die Gesellschaft, für die jedes Kind ein Zuschussgeschäft ist, was gerade in Zeiten knapper Ressourcen und im Hinblick auf den Klimawandel, zu dem jedes Kind beiträgt, ein Problem darstellt ..

  • Surp

    @ Michael Klein

    Ich verstehe eine Sache an ihrer Grundhaltung (sie nennen und schreiben ja sehr “liberal”) nicht.

    Unsere Finanzwirtschaft ist grundsätzlich schlecht aufgestellt. Daher kann man viele Dinge, die sonst gelten in keinsterweise auf sie übertragen. Im Prinzip ist sie in großen Teilen ein künstlich geschaffenes Gebilde, was sie ja sonst so verachten.

    Grundsätzlich läßt sich wohl zu einer gesellschaftlich nützlichen Arbeit folgendes sagen: wenn sie für den Menschen einen Mehrwert (immateriell als auch materiell) schafft, ist sie nützlich.
    Dies macht der Großteil unserer Dienstleistungen nicht. Vorallem trifft diese Aussage auf die Finanzwirtschaft zu, sie nutzt ausschließlich sich selbst und ihren Dunstkreisen, die mengenmäßig betrachtet eine extrem kleien Minerheit darstellen.

  • Linsel

    @ Michael Klein

    In den Beispielen die ich nannte spielt Eigennutz die entscheidende Rolle.
    Ich habe diesen also nicht abgestritten.
    Eigennutz hat durchaus positive Seiten. Dieser muß aber von der Gesellschaft in die richtige Richtung gelenkt werden damit er sich nicht zum Schaden aller auswirkt.
    Ein gutes Beispiel für positiven Eigennutz ist der ökologische Umbau der Gesellschaft. Zerstören wir unseren Lebensraum juckt das die Erde doch recht wenig, für den Menschen sieht das aber anders aus. Ein wenig Eigennutz auf diesem Gebiet mehr bringt jedem einzelnen etwas und der Gesellschaft auch.
    Ein gutes Beispiel für negativen Eigennutz ist die Zulassung von Leerverkäufen
    im Derivatehandel. Es nützt wenigen und wirkt sich im günstigsten Fall nur nicht schädigend für die Allgemeinheit aus. Im Regelfall aber schon. Was aber am schlimmsten ist. Es wird damit mehr Geld gemacht als mit anständiger Arbeit verdient werden kann.
    Das lockt zu viele gut ausgebildete und intelligente Menschen in diese Branche,die auch Ingenieure,Lehrer oder Ärtzte hätten werden können. Schon allein darin liegt ein großer Volkswirtschaftlicher Schaden.

    Die katholische Kirche ist halt auch kein gutes Beispiel für Uneigennützigkeit.
    Genauer gesagt ist sie ihr blankes Gegenteil obwohl ihr Geschäftsmodell in der Propagierung der Nächstenliebe besteht.

    Was jemand für seinen Lebensunterhalt braucht ist ziemlich eindeutig. Was Jemand meint zu brauchen aber nicht. Das sollte auch jeder für sich allein entscheiden können. Meint aber dieser jemand soviel zu brauchen das er das Geld dafür nicht mehr auf redliche weise erwirtschaften kann so muß die Gesellschaft dessen Tun mit Gesetzen und Strafverfolgung einhalt gebieten. Zum Nutzen der Mehrheit.

    Wirtschaftswachstum ist nicht grundsätzlich nützlich. Es kommt darauf an in welche Richtung die Wirtschaft wächst. Ein nur immer mehr wird sich irgendwann bitter rächen und wird in Bezug auf die Endlichkeit der Rohstoffe auch nicht durchzuhalten sein. Auch ein fortwährendes Wachstum der Finanzmärkte wird nicht mehr stattfinden wenn der Glaube oder ich möchte mal sagen die Illusion das hinter diesen Transaktionen noch realwirtschaftliche Vorgänge stehen,verloren geht. Das haben wir ja erst kürzlich erlebt.

    In einem muß ich Ihnen aber Recht geben.Die Subventionspolitik der Staaten sowie der EU verursachen mehr Probleme mit oft fragwürdigem Nutzen. Gerade in Bezug auf die Landwirtschaft entstehen dabei auch weltweit folgenschwere Fehlentwicklungen. Allerdings bleibe ich dabei das die Finanzwirtschaft ihren Teil dazu beiträgt viele dieser Probleme noch zu verschärfen und zur Katastrofe werden zu lassen.
    Weiterhin bekräftige ich meine Aussage,das die Landwirtschaft trotz aller Fehlentwicklungen der wichtigste Teil jeglicher Wirtschaft ist. Sie bildet das unverzichtbare Fundament.

    Nutzen von Kindern-
    Die wirtschaftliche Antwort: Kinder führen die von unserer Generation begonnene oder von unseren Eltern und Großeltern übernommene Arbeit fort.
    Sie sorgen für das Weiterbestehen unserer Gesellschaft und entwickeln sie weiter. Wenn darin kein Nutzen besteht,dann weiß ich auch nicht.
    Dafür etwas Geld zu investieren ist schon OK !

    Ein echtes Problem ist allerdings die Bevölkerungsexplosion in vielen Teilen der Welt. Sie verursacht Kriege,Hungersnöte und Epedemien.
    Ohne die Einsicht der Menschen auf Geburtenkontrolle wird die Welt in absehbarer Zeit ernste Schwierigkeiten bekommen. Besonders wenn habgierige Zocker in der Verknappung von Lebensmitteln noch ein gutes Geschäft sehen.