Archiv der Kategorie: "Soziales"

Jetzt also auch noch die Mietpreisbremse! Die Große Koalition setzt mit ihrer Gesetzgebungsmaschinerie eine weitere Duftmarke staatlicher Überregulierung. Künftig soll es den Ländern in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt erlaubt sein, einen Preisdeckel von maximal 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete gesetzlich vorzuschreiben. Obwohl Neubauten und umfassend modernisierte Bestandswohnungen ausgenommen bleiben, atmet dieser Vorstoß eine Staatsgläubigkeit, die durch nichts zu belegen ist.

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Jaron Lanier: Wem gehört die Zukunft? Hamburg 2014, Hoffmann und CampeJaron Lanier: Wem gehört die Zukunft? Hamburg 2014, Hoffmann und Campe

Die digitale Revolution wird ein Job-Vernichter. Software steuert alles – egal ob Busse, Bahnen oder Fabriken. Und 3D-Drucker drucken alles, was früher Menschen herstellten. Die Profiteure sind die großen Internetkonzerne. Jaron Lanier fordert eine humanistische Informationsökonomie und würde am liebsten das Gratis-Internet abschaffen.

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Lisa Herzog: Freiheit gehört nicht nur den ReichenLisa Herzog: Freiheit gehört nicht nur den Reichen – Plädoyer für einen zeitgemäßen Liberalismus, München 2014, Verlag C.H. Beck

Philosophen verbinden mit Freiheit eher bürgerliche Freiheitsrechte, Ökonomen meist die Freiheit des Marktes. Für die Ökonomin und Philosophin Lisa Herzog war der Liberalismus in seiner Rolle als eine Art Virenschutz gegen staatliche Willkür immer schon falsch. Die liberale Idee ist für die Autorin der Humus einer gesunden Gesellschaft. Sie will Staat und Markt in eine gesunde Balance zu bringen.

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Al Gore: Die ZukunftAl Gore: Die Zukunft – sechs Kräfte, die unsere Welt verändern, München 2014, Siedler

Was ein Glück – es ist kein Kompendium der Besserwisserei geworden. Dennoch wirkt das 600-Seiten-Werk von Al Gore, Ex-Vize-US-Präsident und Friedensnobelpreisträger, wie das Super-Manifest eines Weltverbesserers. Dass er mit unbequemen Wahrheiten rausrücken kann, zeigte Gore bereits in seiner Oscarprämierten Umweltschutz-Dokumentation von 2007. Sein aktuelles Mammutwerk ist ein ebenso US-kritisches wie patriotisches Buch geworden.

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Wohl mit keinem Wort wird in gesellschaftspolitischen Debatten mehr Schindluder getrieben als mit dem Wort „Gerechtigkeit“. Es hat sich zu einem Wieselwort entwickelt – inhaltsleer, wie ein vom Wiesel leergesaugtes Ei, von dem nur die Schale übrigbleibt. Soziale Gerechtigkeit ist längst zu einer reinen Anspruchsnorm verkommen, die das Verteilen vor das Verdienen stellt.

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